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		<title><![CDATA[Beyond the Horizon - Kleinterreille]]></title>
		<link>https://beyond.stories-untold.de/</link>
		<description><![CDATA[Beyond the Horizon - https://beyond.stories-untold.de]]></description>
		<pubDate>Fri, 01 May 2026 04:07:01 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Manchmal ist keine Wahl eine Wahl]]></title>
			<link>https://beyond.stories-untold.de/showthread.php?tid=37</link>
			<pubDate>Thu, 16 Mar 2023 20:21:34 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://beyond.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=0">Acacia Velanera</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://beyond.stories-untold.de/showthread.php?tid=37</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ein paar Monate zuvor</span><br />
<br />
Kritisch betrachtete sie einen Moment den von vielen Füßen und Regen aufgewühlten Boden und trat dann einen kleinen Schritt in die Luft, um ihre Röcke und die Stiefel darunter nicht zu beschmutzen. Nicht so sehr, um ihre Kleidung zu schonen – die war ersetzbar – aber sie hasste es unordentlich auszusehen. Des Weiteren umgab sie ein hautenger schwarzer Schild und ein weiterer, der ca einen Fingerbreit von ihrer Haut entfernt war. Niemand würde sie auch nur anfassen. Was eine der Bedingungen war, die ihr überprotektiver Bruder gestellt hatte. Nicht, dass sie sich sonderlich dagegen gesträubt hatte. Dafür hatte man zu oft versucht einen von ihnen beiden umzubringen und gerade an diesem Ort konnten unliebsame Erinnerungen an ihre Vergangenheit auftauchen. Nicht, dass irgendwer aus ihrer in Terreille verbliebenen Familie auch nur ahnte, dass sie überhaupt Juwelen tragen konnte. Dafür hatte ihre Tante gesorgt. Nicht, dass Grizelle wirklich ihre Tante gewesen war. Viel mehr eine Verwandte, die so viele Generationen vor ihnen gelebt hatte, dass sie auf jegliches Ur verzichtet hatten und sie einfach ihre Tante war. Die Frau, der sie und ihr Bruder verdankten, dass sie heute noch am Leben war.<br />
<br />
Schweigend machte sie sich auf den Weg in eine bestimmte Ecke des Dienstbasars, von der sie wusste, dass sie dort ihr Grund für den Besuch dieses Ortes finden würde. Die Menschen vor ihr machten ihr und ihren beiden Begleitern, die einen halben Schritt hinter ihr gingen, eilig Platz und sie konnte das leise Gewisper um sie herum hören. Sie war die Königin. Diejenige, die ein Blutbad angerichtet hatte, diejenige, die schwarz trug, diejenige, die für die einen Horror und für die anderen Hoffnung war. Und im Moment war sie auf dem Weg, um herauszufinden was sie wohl für die arme Seele sein würde, die sie beabsichtige aufzusuchen.<br />
Sie hatte darüber nachgedacht die Dienstbasare abzuschaffen und das Tor nach Terreille zu schließen. Allerdings waren die Basare nach wie vor voll von Menschen, die verzweifelt einen Ausweg suchten. Und auch wenn es im Schattenreich im Moment schlimm war und es sie jedes Mal in kalte Rage versetzte darüber nachzudenken, so war es in Terreille noch wesentlich schlimmer. Die Menschen hatten seit der letzten Auslöschung nichts dazugelernt und ließen sich – wieder – von Gier und Macht blenden. <br />
<br />
Die Gedanken abschüttelnd, ehe sie sie zu sehr aufwühlten, trat sie um einen weiteren Wartebereich herum und richtete ihren Blick auf den Mann, den zu finden sie gekommen war. Es war leicht genug sein Juwel unter all den helleren herauszufiltern, selbst wenn die Gerüchte besagten, dass er sehr gut verschleiern konnte was und wo er war. Selbst vor schwarz. Wie viel an diesem Gerücht dran war würde sie noch herausfinden.<br />
Die grünen von perfektem Make-Up umgebenen Augen und die ein paar Nuancen zu helle Haut verrieten den gemischtrassigen Hintergrund der schlanken, hochgewachsenen Hexe. Das dunkelbraune Haar hatte sie zu einem schlichten Knoten in ihrem Nack gesteckt und nur ein paar feine Strähnen umgaben in wohlgeplanter Unordnung ihr Gesicht. Dazu ein bodenlanges, schwarzes Kleid, ein ebenso schwarzes Cape mit weichem Pelzbesatz und tief dunkelrote Handschuhe ließen alles an ihr Aristokratie und Reichtum schreien. Sie neigte den Kopf ein wenig in Anerkennung seiner Kaste und seiner Juwelen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Prinz.“</span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ein paar Monate zuvor</span><br />
<br />
Kritisch betrachtete sie einen Moment den von vielen Füßen und Regen aufgewühlten Boden und trat dann einen kleinen Schritt in die Luft, um ihre Röcke und die Stiefel darunter nicht zu beschmutzen. Nicht so sehr, um ihre Kleidung zu schonen – die war ersetzbar – aber sie hasste es unordentlich auszusehen. Des Weiteren umgab sie ein hautenger schwarzer Schild und ein weiterer, der ca einen Fingerbreit von ihrer Haut entfernt war. Niemand würde sie auch nur anfassen. Was eine der Bedingungen war, die ihr überprotektiver Bruder gestellt hatte. Nicht, dass sie sich sonderlich dagegen gesträubt hatte. Dafür hatte man zu oft versucht einen von ihnen beiden umzubringen und gerade an diesem Ort konnten unliebsame Erinnerungen an ihre Vergangenheit auftauchen. Nicht, dass irgendwer aus ihrer in Terreille verbliebenen Familie auch nur ahnte, dass sie überhaupt Juwelen tragen konnte. Dafür hatte ihre Tante gesorgt. Nicht, dass Grizelle wirklich ihre Tante gewesen war. Viel mehr eine Verwandte, die so viele Generationen vor ihnen gelebt hatte, dass sie auf jegliches Ur verzichtet hatten und sie einfach ihre Tante war. Die Frau, der sie und ihr Bruder verdankten, dass sie heute noch am Leben war.<br />
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Schweigend machte sie sich auf den Weg in eine bestimmte Ecke des Dienstbasars, von der sie wusste, dass sie dort ihr Grund für den Besuch dieses Ortes finden würde. Die Menschen vor ihr machten ihr und ihren beiden Begleitern, die einen halben Schritt hinter ihr gingen, eilig Platz und sie konnte das leise Gewisper um sie herum hören. Sie war die Königin. Diejenige, die ein Blutbad angerichtet hatte, diejenige, die schwarz trug, diejenige, die für die einen Horror und für die anderen Hoffnung war. Und im Moment war sie auf dem Weg, um herauszufinden was sie wohl für die arme Seele sein würde, die sie beabsichtige aufzusuchen.<br />
Sie hatte darüber nachgedacht die Dienstbasare abzuschaffen und das Tor nach Terreille zu schließen. Allerdings waren die Basare nach wie vor voll von Menschen, die verzweifelt einen Ausweg suchten. Und auch wenn es im Schattenreich im Moment schlimm war und es sie jedes Mal in kalte Rage versetzte darüber nachzudenken, so war es in Terreille noch wesentlich schlimmer. Die Menschen hatten seit der letzten Auslöschung nichts dazugelernt und ließen sich – wieder – von Gier und Macht blenden. <br />
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Die Gedanken abschüttelnd, ehe sie sie zu sehr aufwühlten, trat sie um einen weiteren Wartebereich herum und richtete ihren Blick auf den Mann, den zu finden sie gekommen war. Es war leicht genug sein Juwel unter all den helleren herauszufiltern, selbst wenn die Gerüchte besagten, dass er sehr gut verschleiern konnte was und wo er war. Selbst vor schwarz. Wie viel an diesem Gerücht dran war würde sie noch herausfinden.<br />
Die grünen von perfektem Make-Up umgebenen Augen und die ein paar Nuancen zu helle Haut verrieten den gemischtrassigen Hintergrund der schlanken, hochgewachsenen Hexe. Das dunkelbraune Haar hatte sie zu einem schlichten Knoten in ihrem Nack gesteckt und nur ein paar feine Strähnen umgaben in wohlgeplanter Unordnung ihr Gesicht. Dazu ein bodenlanges, schwarzes Kleid, ein ebenso schwarzes Cape mit weichem Pelzbesatz und tief dunkelrote Handschuhe ließen alles an ihr Aristokratie und Reichtum schreien. Sie neigte den Kopf ein wenig in Anerkennung seiner Kaste und seiner Juwelen. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">„Prinz.“</span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ein Licht am Horizont - Alessandro / Calean]]></title>
			<link>https://beyond.stories-untold.de/showthread.php?tid=36</link>
			<pubDate>Wed, 15 Mar 2023 09:58:20 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://beyond.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=0">Alix Leandres</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://beyond.stories-untold.de/showthread.php?tid=36</guid>
			<description><![CDATA[Die junge Frau hinter dem großen Mahagonischreibtisch seufzte leise und schob den Bogen säuberlich beschrifteten Papiers zur Seite, den sie gerade gelesen hatte. Mit einem raschen Blick aus den türkisblauen Augen mit dem goldenen Ring um die Iris kontrollierte sie den Raum, in dem befand, auf die Anwesenheit eines gewissen, nervtötenden Kriegerprinzen, ehe sie sich mit einem leisen Stöhnen in den hochlehnigen Stuhl zurück fallen ließ und die Augen schloss. <br />
<br />
Die letzten Tage waren verdammt hart gewesen, auch wenn sie das niemals jemandem gegenüber so zugeben würde. Der völlig unerwartete Tod ihrer Tante hatte sie völlig aus der Bahn geworfen, wenngleich sie sich innerhalb kürzester Zeit wieder aufgerappelt hatte, um das neue Rückgrat für den ebenso erschütterten Hof zu bilden. Sie war die verdammte Königin und sie würde nicht zu lassen, dass alles, was Dianne aufgebaut hatte, ihr mit ihrem Tod unter den Fingern zerrann. Also hatte sie ihre eigene Trauer auf ihre vier Wände beschränkt und sich kaum, dass die Trauerriten vollzogen worden waren, wieder in die Arbeit gestürzt. Sie würde innerhalb kürzester Zeit ihren neuen Hof gründen müssen und in Anbetracht der Tatsache, dass sie nicht, wie eigentlich geplant in aller Ruhe den Provinzhof übernehmen würde, sobald Dianne abgedankt hatte, machte die Angelegenheit ein wenig... stressig. Milde ausgedrückt. Dazu kam, dass die Umstände von Dianas Tod mindestens unklar waren und der nagende Gedanke, dass es eben weder ein Unfall noch ein akuter, nicht vorhersehbarer Schicksalsschlag gewesen war, in ihr rumorte wie faul gewordener Fisch in einem Edelmenü aus dem besten Restaurant am Platz. <br />
<br />
Der große, grauweiße Hund, der vor der Schreibtisch auf dem Boden lang, hob lautlos den Kopf und warf ihr einen prüfenden Blick unter halb geöffneten Lidern zu, ehe er die Schnauze wieder auf die entspannt daliegenden Vorderpfoten sinken ließ. Wenn sie es nicht besser gewusst hätte, hätte sie geschworen, dass dieses Tier viel zu schlau war, als gut für ihn und mindestens eine Handvoll Kriegerprinzengene besaß, aber er war nur ein Hund. Wenngleich auch definitiv der Beste. <br />
<br />
Alix rieb sich die Augen und schob nicht nur ihre Müdigkeit, sondern auch die bohrenden Zweifel beiseite. Heute erwartete sie ganz besonderen Besuch, einen Mann - einen Kriegerprinzen, der ihr potentieller Haushofmeister werden könnte. Seine Referenzen waren mehr als glänzend und, was noch viel wichtiger war, Luca schwärmte in den höchsten Tönen von seinem Cousin. Sie kannte den Prinzen, der in Diannes zweitem Kreis gedient hatte, schon seit reichlich vielen Jahren und seine Empfehlung bedeutete ihr erheblich mehr als alle Empfehlungsschreiben, die der Kriegerprinz - Alessandro - hätte mitbringen können. Sie erhob sich und streckte sich ausgiebig, ehe sie an sich herunter sah und für einen Moment erwog, sich in förmlichere Kleidung zu werfen - und sich dann dagegen entschied. Sie trug locker sitzende Jeansshorts mit Wollstrumpfhose, darüber ein beigefarbener, ebenfalls lose fallender Pulli aus dünner Baumwolle mit nachlässig hochgekrempelten Ärmeln. An ihren Handgelenken klingelten wie immer leise die zahllosen Armreifen mit den türkisen Steinen, die denselben Farbton aufwiesen wie ihre Augen. Mit den Fingern strich sie sich durch das dunkelbraune Haar und beseitigte die gröbste Unordnung, ehe sie barfuß hinüber zum Fenster ging und auf den sich erhellenden Himmel blickte. <br />
<br />
Immerhin hatte sie noch schwarze Lederstiefeletten unter dem Schreibtisch stehen, in die sie heimlich schlüpfen konnte. Aber sie würde sich nicht verstellen, um ihrem Besuch etwas vorzuspielen, was sie schlichtweg nicht war. Entweder ihm gefiel, was er so... oder eben nicht. Und wenn nicht, dann wäre dies eben nicht der richtige Hof für ihn. Sie war bereit Kompromisse zu machen in Anbetracht ihrer Situation, aber eben auch nur ein paar und nur bis zu einer gewissen Grenze. Wenn ihr Blutdreieck nicht funktionierte, weil ihr Haushofmeister von falschen Voraussetzungen ausging, hatte schließlich niemand etwas gewonnen. <br />
<br />
Ein leises Klopfen an der Tür ließ sie sich herum drehen und auf ein leises Wort öffnete sich das schwere Eichenholz, ehe mit der für ihn typischen Lautlosigkeit Émilien das Zimmer betrat. Der ältere Prinz mit Blutopal war schon unter Dianne der oberste Butler gewesen und Alix gedachte nicht, etwas an dieser Position zu ändern. Emilien übrigens auch nicht. Mit einem missfälligen Blick stellte er ein Tablett mit frisch gebrühtem Kaffee und kleinen, liebevoll belegten Sandwiches auf den Tisch und Alix seufzte genüsslich, als sich der Duft der gerösteten Bohnen im Zimmer ausbreitete. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Danke, Émilien."</span> Sie lächelte ihm zu und auch wenn sich im Gesicht des Butlers nichts rührte, wurde der Blick seiner grauen Augen weicher, ehe er eine Verbeugung andeutete. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Ich gebe Bescheid, wenn dein Besuch eintrifft, Lady."</span> Alix nickte und der Butler verließ das Zimmer. während sie an den Tisch trat und sich Kaffee eingoss. Ein Morgen ohne Kaffee war wie... es gab keinen Vergleich. Schlichtweg unvorstellbar. <br />
<br />
Mit der Tasse in der Hand ging sie neben dem Hund in die Hocke und ihre Finger strichen gedankenverloren über das graue Fell. während sie genüsslich Schluck um Schluck trank. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Was meinst du, Zeph? Ob er zu uns passt?"</span> Der Hund warf ihr einen kurzen Blick zu. Alix schüttelte den Kopf. Allzu lange sollte es schließlich nicht mehr dauern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die junge Frau hinter dem großen Mahagonischreibtisch seufzte leise und schob den Bogen säuberlich beschrifteten Papiers zur Seite, den sie gerade gelesen hatte. Mit einem raschen Blick aus den türkisblauen Augen mit dem goldenen Ring um die Iris kontrollierte sie den Raum, in dem befand, auf die Anwesenheit eines gewissen, nervtötenden Kriegerprinzen, ehe sie sich mit einem leisen Stöhnen in den hochlehnigen Stuhl zurück fallen ließ und die Augen schloss. <br />
<br />
Die letzten Tage waren verdammt hart gewesen, auch wenn sie das niemals jemandem gegenüber so zugeben würde. Der völlig unerwartete Tod ihrer Tante hatte sie völlig aus der Bahn geworfen, wenngleich sie sich innerhalb kürzester Zeit wieder aufgerappelt hatte, um das neue Rückgrat für den ebenso erschütterten Hof zu bilden. Sie war die verdammte Königin und sie würde nicht zu lassen, dass alles, was Dianne aufgebaut hatte, ihr mit ihrem Tod unter den Fingern zerrann. Also hatte sie ihre eigene Trauer auf ihre vier Wände beschränkt und sich kaum, dass die Trauerriten vollzogen worden waren, wieder in die Arbeit gestürzt. Sie würde innerhalb kürzester Zeit ihren neuen Hof gründen müssen und in Anbetracht der Tatsache, dass sie nicht, wie eigentlich geplant in aller Ruhe den Provinzhof übernehmen würde, sobald Dianne abgedankt hatte, machte die Angelegenheit ein wenig... stressig. Milde ausgedrückt. Dazu kam, dass die Umstände von Dianas Tod mindestens unklar waren und der nagende Gedanke, dass es eben weder ein Unfall noch ein akuter, nicht vorhersehbarer Schicksalsschlag gewesen war, in ihr rumorte wie faul gewordener Fisch in einem Edelmenü aus dem besten Restaurant am Platz. <br />
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Der große, grauweiße Hund, der vor der Schreibtisch auf dem Boden lang, hob lautlos den Kopf und warf ihr einen prüfenden Blick unter halb geöffneten Lidern zu, ehe er die Schnauze wieder auf die entspannt daliegenden Vorderpfoten sinken ließ. Wenn sie es nicht besser gewusst hätte, hätte sie geschworen, dass dieses Tier viel zu schlau war, als gut für ihn und mindestens eine Handvoll Kriegerprinzengene besaß, aber er war nur ein Hund. Wenngleich auch definitiv der Beste. <br />
<br />
Alix rieb sich die Augen und schob nicht nur ihre Müdigkeit, sondern auch die bohrenden Zweifel beiseite. Heute erwartete sie ganz besonderen Besuch, einen Mann - einen Kriegerprinzen, der ihr potentieller Haushofmeister werden könnte. Seine Referenzen waren mehr als glänzend und, was noch viel wichtiger war, Luca schwärmte in den höchsten Tönen von seinem Cousin. Sie kannte den Prinzen, der in Diannes zweitem Kreis gedient hatte, schon seit reichlich vielen Jahren und seine Empfehlung bedeutete ihr erheblich mehr als alle Empfehlungsschreiben, die der Kriegerprinz - Alessandro - hätte mitbringen können. Sie erhob sich und streckte sich ausgiebig, ehe sie an sich herunter sah und für einen Moment erwog, sich in förmlichere Kleidung zu werfen - und sich dann dagegen entschied. Sie trug locker sitzende Jeansshorts mit Wollstrumpfhose, darüber ein beigefarbener, ebenfalls lose fallender Pulli aus dünner Baumwolle mit nachlässig hochgekrempelten Ärmeln. An ihren Handgelenken klingelten wie immer leise die zahllosen Armreifen mit den türkisen Steinen, die denselben Farbton aufwiesen wie ihre Augen. Mit den Fingern strich sie sich durch das dunkelbraune Haar und beseitigte die gröbste Unordnung, ehe sie barfuß hinüber zum Fenster ging und auf den sich erhellenden Himmel blickte. <br />
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Immerhin hatte sie noch schwarze Lederstiefeletten unter dem Schreibtisch stehen, in die sie heimlich schlüpfen konnte. Aber sie würde sich nicht verstellen, um ihrem Besuch etwas vorzuspielen, was sie schlichtweg nicht war. Entweder ihm gefiel, was er so... oder eben nicht. Und wenn nicht, dann wäre dies eben nicht der richtige Hof für ihn. Sie war bereit Kompromisse zu machen in Anbetracht ihrer Situation, aber eben auch nur ein paar und nur bis zu einer gewissen Grenze. Wenn ihr Blutdreieck nicht funktionierte, weil ihr Haushofmeister von falschen Voraussetzungen ausging, hatte schließlich niemand etwas gewonnen. <br />
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Ein leises Klopfen an der Tür ließ sie sich herum drehen und auf ein leises Wort öffnete sich das schwere Eichenholz, ehe mit der für ihn typischen Lautlosigkeit Émilien das Zimmer betrat. Der ältere Prinz mit Blutopal war schon unter Dianne der oberste Butler gewesen und Alix gedachte nicht, etwas an dieser Position zu ändern. Emilien übrigens auch nicht. Mit einem missfälligen Blick stellte er ein Tablett mit frisch gebrühtem Kaffee und kleinen, liebevoll belegten Sandwiches auf den Tisch und Alix seufzte genüsslich, als sich der Duft der gerösteten Bohnen im Zimmer ausbreitete. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Danke, Émilien."</span> Sie lächelte ihm zu und auch wenn sich im Gesicht des Butlers nichts rührte, wurde der Blick seiner grauen Augen weicher, ehe er eine Verbeugung andeutete. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Ich gebe Bescheid, wenn dein Besuch eintrifft, Lady."</span> Alix nickte und der Butler verließ das Zimmer. während sie an den Tisch trat und sich Kaffee eingoss. Ein Morgen ohne Kaffee war wie... es gab keinen Vergleich. Schlichtweg unvorstellbar. <br />
<br />
Mit der Tasse in der Hand ging sie neben dem Hund in die Hocke und ihre Finger strichen gedankenverloren über das graue Fell. während sie genüsslich Schluck um Schluck trank. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">"Was meinst du, Zeph? Ob er zu uns passt?"</span> Der Hund warf ihr einen kurzen Blick zu. Alix schüttelte den Kopf. Allzu lange sollte es schließlich nicht mehr dauern.]]></content:encoded>
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