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		<title><![CDATA[Beyond the Horizon - Archiv New York]]></title>
		<link>https://beyond.stories-untold.de/</link>
		<description><![CDATA[Beyond the Horizon - https://beyond.stories-untold.de]]></description>
		<pubDate>Fri, 01 May 2026 05:01:38 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[you and i are more than friends. we're like a really small gang!]]></title>
			<link>https://beyond.stories-untold.de/showthread.php?tid=42</link>
			<pubDate>Tue, 23 May 2023 07:32:55 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://beyond.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=38">Eve Quinlan</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://beyond.stories-untold.de/showthread.php?tid=42</guid>
			<description><![CDATA[Mit ruhigen Schritten bewegte Eve sich auf das Haus zu, das an das Anwesen des Hofes grenzte. Als Rel Teil ihres Hofes geworden war, war offensichtlich gewesen, dass die Hexe niemals restlos glücklich damit sein würde ein oder zwei Zimmer innerhalb des Anwesens zu beziehen. Also hatten sie eine Alternative dafür gesucht, wie sie als Hofheilerin in der Nähe des Hofes, aber auch ausreichend Platz für einen Rückzug hatte. Dieses Haus war der goldene Mittelweg gewesen, zumal es mittlerweile tatsächlich ein Heim für die schwarze Witwe und Heilerin geworden war. Zumindest hatte Eve das Gefühl. Aus diesem Grund würde sie auch niemals unangekündigt in Rels Revier auftauchen und riskieren eventuelle Schutzzauber auszulösen. Vielleicht trug sie dunklere Juwelen als die Hexe, doch auch wenn sie das Handwerk der Schwarzen Witwen erahnen konnte, konnte sie nicht alles spüren und wahrnehmen. Und Rel war begnadet in dem, was sie tat. Also war eine kurze SMS immer ein guter Weg die eigene Sicherheit zu gewährleisten und dafür zu sorgen, dass es keine bösen Überraschungen gab. <br />
Natürlich hätte Eve auch den Weg wählen können, Rel in dem Café aufzusuchen, dass sie betrieb. Doch sie hatte keinen Bedarf neugierige Blicke auf sich zu ziehen, während sie ein Gespräch mit der Hexe führte, das nicht für fremde Ohren bestimmt war. <br />
<br />
Gestern hatte sie Grayson zum Gespräch eingeladen. Wobei eingeladen wahrscheinlich der falsche Ausdruck dafür war, wenn sie bedachte, wie der Prinz darauf reagiert hatte. Als hätte man ihm gedroht ihn vors Tribunal zu stellen. Und das war auch der Grund, wieso sie unbedingt mit Rel sprechen musste. Es gab Fragen, die nur die schwarze Witwe ihr beantworten konnte, denn noch immer hatte sie sich nicht entschlossen, ob sie in Grayson hineinblicken und den Grund seines Wesens erfassen wollte. Dieses Wissen forderte einen hohen Preis und sie wollte dem jungen Mann wirklich helfen. Doch wenn sie etwas in ihm erkennen sollte, dass … nicht zu ihr gehörte, von ihr abgestoßen wurde oder etwas von dem sie sich abgestoßen fühlte … sie würde weder sich selbst noch dem Jungen einen Gefallen damit tun.<br />
Wie so oft suchte man vergeblich nach irgendwelchen Merkmalen einer royalen Herkunft an ihrem Outfit. Sie trug eine enganliegende schwarze Hose, ein anthrazitgraues Top und eine grob gestrickte Wolljacke darüber, die weicher war, als sie aussah. Die Schuhe hatten eine flache Sohle und machten nur wenige Geräusche auf dem Weg zum Haus. Ausschließlich ihr Makeup und ihre Frisur waren ausgefallener als sonst und wiesen darauf hin, dass sie am Vormittag einige offizielle Termine gehabt hatte. Bei denen sie sehr wahrscheinlich andere Kleidung getragen hatte, doch diese zu wechseln dauerte auch nicht sehr lange. Und dieses <a href="https://i.pinimg.com/564x/49/ad/49/49ad495fff24397b617aede54c45ba16.jpg" target="blank"> Outfit </a> bewies auch ein wenig, wie wenig sie auf ihre Wirkung auf ihren Hof gab. Weil sie sie als nahestehende Personen sah und in ihrem Beisein sie selbst sein konnte. Ohne schöne Fassaden und Masken. Nicht die Königin, sondern einfach nur Eve.<br />
Der Wärmezauber, den sie um sich gelegt hatte, hielt die eisigen Temperaturen zwar ab, aber sie sehnte sich dennoch nach einem warmen Getränk und einigen Antworten. <br />
<br />
Als sie anklopfte tat sie das aus der gleichen Höflichkeit heraus, wie innerhalb des Anwesens. Sie mochte als Königin diejenige sein, der die Ländereien und Gebäude überschrieben worden waren und alles gehörte für die Zeit ihrer Regentschaft ihr, doch es waren dennoch die Rückzugsorte der jeweiligen Personen, die sie bewohnten. Und solange keine Notsituation herrschte oder eine unaufschiebbare Dringlichkeit anlag würde sie diese freundliche Geste des Respekts niemals verwehren.<br />
Als die Tür aufschwang, ohne die Hexe dahinter stehen zu haben, nahm Eve es als Wink und Einladung das Haus zu betreten und sogleich in die Küche zu gehen. Dies war meist der Ort, wo sich die beiden Frauen unterhielten. Denn das war der Ort, wo die Snacks und der Kaffee waren. Der wichtigste Raum in jedem Haus. <br />
Mit einem Fingerzeig erschienen auf dem Tisch zwei große Stückchen Schokoladentorte, neben einer Dose frischgebackener Kekse und einigen belegten Broten. Alles Mitbringsel aus dem Haupthaus, denn das Personal mochte die Heilerin und Schwarze Witwe ebenso. Immerhin hatte sie trotz ihrer ach so harten Schale einen sehr fürsorglichen Kern. Das hatte die Königin sehr früh erkannt. Sie gehörte an diesen Hof. Oder um es mit Rels Worten zu sagen: Eve brauchte sie. Und nach all den Jahren konnte sie das nicht einmal mehr leugnen. <br />
<br />
<ina> „Das Gespräch wird bitter, also habe ich uns Süßkram mitgebracht, um es auszugleichen.“</ina>, rief sie in das Haus hinein, sodass sie sicher sein konnte, das Rel sie hörte und ging zur Kaffeemaschine um sich selbst und der Hausherrin einen Kaffee zu machen. Immerhin hatte Rel ihr erklärt, wie sie mit dem Ding umzugehen hatte, ohne es beim ersten Handgriff zu schrotten. Moderne Technik war eben Fluch und Segen zugleich!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Mit ruhigen Schritten bewegte Eve sich auf das Haus zu, das an das Anwesen des Hofes grenzte. Als Rel Teil ihres Hofes geworden war, war offensichtlich gewesen, dass die Hexe niemals restlos glücklich damit sein würde ein oder zwei Zimmer innerhalb des Anwesens zu beziehen. Also hatten sie eine Alternative dafür gesucht, wie sie als Hofheilerin in der Nähe des Hofes, aber auch ausreichend Platz für einen Rückzug hatte. Dieses Haus war der goldene Mittelweg gewesen, zumal es mittlerweile tatsächlich ein Heim für die schwarze Witwe und Heilerin geworden war. Zumindest hatte Eve das Gefühl. Aus diesem Grund würde sie auch niemals unangekündigt in Rels Revier auftauchen und riskieren eventuelle Schutzzauber auszulösen. Vielleicht trug sie dunklere Juwelen als die Hexe, doch auch wenn sie das Handwerk der Schwarzen Witwen erahnen konnte, konnte sie nicht alles spüren und wahrnehmen. Und Rel war begnadet in dem, was sie tat. Also war eine kurze SMS immer ein guter Weg die eigene Sicherheit zu gewährleisten und dafür zu sorgen, dass es keine bösen Überraschungen gab. <br />
Natürlich hätte Eve auch den Weg wählen können, Rel in dem Café aufzusuchen, dass sie betrieb. Doch sie hatte keinen Bedarf neugierige Blicke auf sich zu ziehen, während sie ein Gespräch mit der Hexe führte, das nicht für fremde Ohren bestimmt war. <br />
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Gestern hatte sie Grayson zum Gespräch eingeladen. Wobei eingeladen wahrscheinlich der falsche Ausdruck dafür war, wenn sie bedachte, wie der Prinz darauf reagiert hatte. Als hätte man ihm gedroht ihn vors Tribunal zu stellen. Und das war auch der Grund, wieso sie unbedingt mit Rel sprechen musste. Es gab Fragen, die nur die schwarze Witwe ihr beantworten konnte, denn noch immer hatte sie sich nicht entschlossen, ob sie in Grayson hineinblicken und den Grund seines Wesens erfassen wollte. Dieses Wissen forderte einen hohen Preis und sie wollte dem jungen Mann wirklich helfen. Doch wenn sie etwas in ihm erkennen sollte, dass … nicht zu ihr gehörte, von ihr abgestoßen wurde oder etwas von dem sie sich abgestoßen fühlte … sie würde weder sich selbst noch dem Jungen einen Gefallen damit tun.<br />
Wie so oft suchte man vergeblich nach irgendwelchen Merkmalen einer royalen Herkunft an ihrem Outfit. Sie trug eine enganliegende schwarze Hose, ein anthrazitgraues Top und eine grob gestrickte Wolljacke darüber, die weicher war, als sie aussah. Die Schuhe hatten eine flache Sohle und machten nur wenige Geräusche auf dem Weg zum Haus. Ausschließlich ihr Makeup und ihre Frisur waren ausgefallener als sonst und wiesen darauf hin, dass sie am Vormittag einige offizielle Termine gehabt hatte. Bei denen sie sehr wahrscheinlich andere Kleidung getragen hatte, doch diese zu wechseln dauerte auch nicht sehr lange. Und dieses <a href="https://i.pinimg.com/564x/49/ad/49/49ad495fff24397b617aede54c45ba16.jpg" target="blank"> Outfit </a> bewies auch ein wenig, wie wenig sie auf ihre Wirkung auf ihren Hof gab. Weil sie sie als nahestehende Personen sah und in ihrem Beisein sie selbst sein konnte. Ohne schöne Fassaden und Masken. Nicht die Königin, sondern einfach nur Eve.<br />
Der Wärmezauber, den sie um sich gelegt hatte, hielt die eisigen Temperaturen zwar ab, aber sie sehnte sich dennoch nach einem warmen Getränk und einigen Antworten. <br />
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Als sie anklopfte tat sie das aus der gleichen Höflichkeit heraus, wie innerhalb des Anwesens. Sie mochte als Königin diejenige sein, der die Ländereien und Gebäude überschrieben worden waren und alles gehörte für die Zeit ihrer Regentschaft ihr, doch es waren dennoch die Rückzugsorte der jeweiligen Personen, die sie bewohnten. Und solange keine Notsituation herrschte oder eine unaufschiebbare Dringlichkeit anlag würde sie diese freundliche Geste des Respekts niemals verwehren.<br />
Als die Tür aufschwang, ohne die Hexe dahinter stehen zu haben, nahm Eve es als Wink und Einladung das Haus zu betreten und sogleich in die Küche zu gehen. Dies war meist der Ort, wo sich die beiden Frauen unterhielten. Denn das war der Ort, wo die Snacks und der Kaffee waren. Der wichtigste Raum in jedem Haus. <br />
Mit einem Fingerzeig erschienen auf dem Tisch zwei große Stückchen Schokoladentorte, neben einer Dose frischgebackener Kekse und einigen belegten Broten. Alles Mitbringsel aus dem Haupthaus, denn das Personal mochte die Heilerin und Schwarze Witwe ebenso. Immerhin hatte sie trotz ihrer ach so harten Schale einen sehr fürsorglichen Kern. Das hatte die Königin sehr früh erkannt. Sie gehörte an diesen Hof. Oder um es mit Rels Worten zu sagen: Eve brauchte sie. Und nach all den Jahren konnte sie das nicht einmal mehr leugnen. <br />
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<ina> „Das Gespräch wird bitter, also habe ich uns Süßkram mitgebracht, um es auszugleichen.“</ina>, rief sie in das Haus hinein, sodass sie sicher sein konnte, das Rel sie hörte und ging zur Kaffeemaschine um sich selbst und der Hausherrin einen Kaffee zu machen. Immerhin hatte Rel ihr erklärt, wie sie mit dem Ding umzugehen hatte, ohne es beim ersten Handgriff zu schrotten. Moderne Technik war eben Fluch und Segen zugleich!]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[don't even ask, i got you - as you got me!]]></title>
			<link>https://beyond.stories-untold.de/showthread.php?tid=41</link>
			<pubDate>Tue, 23 May 2023 07:27:50 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://beyond.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=38">Eve Quinlan</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://beyond.stories-untold.de/showthread.php?tid=41</guid>
			<description><![CDATA[Es war noch früh am Morgen und die Stadt erwachte nur langsam zum Leben. Doch die Vögel waren schon seit einigen Stunden hellwach und hatten Eve in ihren Garten gelockt, wo sie mit einer fast leeren aber noch leicht dampfenden Schokolade, eingewickelt in eine dicke Decke auf einer der Gartenbänke saß. Die Knie an die Brust gezogen, kuschelte sie sich tiefer in den flauschigen, grauen Pullover, der ihr eindeutig mehrere Nummern zu groß war. Dazu trug sie eine enganliegende schwarze Hose und dunkelgraue Boots mit flauschigem Futter. Heute war einer dieser Tage, wo sie keine Lust darauf hatte sich herzurichten und hübsch zu machen. Ohnehin hätten ihre Männer sie nicht aus dem Haus gehen lassen, ohne eine ganze Eskorte bereit zu stellen. <br />
Gestern Abend hatte sie ihre Macht ins Land geleitet und der Garten zeigte nach wenigen Stunden bereits Anzeichen dafür, dass dieses Geschenk gut aufgenommen worden war. <br />
Trotz der klirrenden Kälte und der leichten Schneedecke, die alles bedeckte hatten sich in Rels kleinem Kräutergarten, den Eve aus Respekt vor der Kunst des Stundenglases nicht betrat, hatten sich die frisch gesäten Samen bereits zu Keimlingen entwickelt, das Rosenbeet verströmte seinen herrlichen Duft und der morgendliche Nebel verlieh allem einen unwirklichen Touch. Es hatte seine Vorteile das Land auch außerhalb der natürlichen Saisonalen Grenzen fruchtbar und stark machen zu können, sodass ihr Garten immer eine kleine Wohlfühloase für sie darstellen konnte, in der sie Entspannung und Frieden finden konnte. Sie liebte diese Ruhe, bevor ein Tag anbrach und Termine wahrgenommen werden mussten und man keine ruhige Minute mehr für sich hatte. <br />
<br />
Eine dunkle Strähne löste sich aus dem behelfsmäßigen Dutt, den sie nicht mit der Kunst hatte fixieren können und Eve machte sich nicht die Mühe sie zu richten. Stattdessen pustete sie sie nur fort, damit sie nicht in ihrem Getränk landete, dass auf ihren Knien stand und Wärme abgab. Es wäre ein leichtes gewesen, einen Wärmezauber um sich zu legen oder ihre Kleidung vor dem Tau zu schützen, wenn der Einsatz des Handwerks nicht derart schmerzhaft gewesen wäre… doch sie hatte auch niemanden damit behelligen wollen. Die Mitglieder ihres ersten Kreises lebten entweder in eigenen Wohnungen und Häusern oder waren noch nicht wach und die Angestellten … die hatten auch ohne sie mehr als genug zu tun. Also saß sie einfach nur in dem Garten ihrer Residenz, genoss die Einsamkeit und den Gesang der Vögel, während sie sich erlaubte ein wenig über ‚die gute alte Zeit‘ zu sinnieren. <br />
<br />
Als Angehörige der Hexenrasse, war sie in einem anderen Jahrhundert geboren worden. Einem anderen Jahrtausend. Früher waren die Dinge anders gewesen. Nicht zwingend besser oder schlechter, einfach nur anders. Während es heutzutage zahlreiche Möglichkeiten gab, die einem das Leben leichter machten, gab es auch genauso viele Dinge, die es – vor allem den übernatürlichen Wesen – einem schwerer machten. Einfache Dinge … Dinge, die dennoch Wert besessen hatten … Reisen, Kommunikation, Informationen. Wie oft hatte man sich in Teesalons getroffen, um die neusten Neuigkeiten von überallher zu erhalten? Die Zeit mit Bekanntschaften genossen … heute musste man nur sein Smartphone zücken und war über alles und jeden informiert. Persönlicher Kontakt ging immer mehr zurück. Und auf die Gefahr hin, wie eine alte, tattrige Frau zu klingen: Sie mochte diesen elektronischen und technischen Kram nicht. Das war ihr alles viel zu aufregend und unnötig. Da behalf sie sich lieber mittels ihrer Magie.<br />
<br />
<br />
Sobald sie die das Purpurjuwel wahrnahm, und die mentale Signatur der Hexe aufschnappte, der es gehörte, legte sie ihren Kopf leicht schief und warf dann einen kurzen Blick auf die einfache Armbanduhr an ihrem Handgelenk. Zwanzig Minuten.<br />
<b> „Ich dachte schon, du wirst mich ganz unbeaufsichtigt hier sitzen lassen!“</b>, schmunzelte sie und verdrehte ihren Kopf noch ein klein wenig mehr, um einen Blick auf ihre Freundin werfen zu können, die – an manchen Tagen – eine größere Nervensäge darstellte, als die Männer in ihrem ersten Kreis. Selbst um ein Vielfaches nerviger, als die Kriegerprinzen. Rel war eine begnadete Heilerin und Schwarze Witwe und besaß auch darüber hinaus eine Vielzahl erstaunlicher Talente, die ihr halfen durchs Leben zu kommen. Allem voran jedoch, hatte sie ein Talent dafür, Eve zur Seite zu stehen, wann immer sie es am nötigsten brauchte. Das war immerhin auch der Grund, und das Argument gewesen, wieso sie an ihrem Hof aufgeschlagen war. Sie konnte sich noch sehr lebhaft an ihr erstes Zusammentreffen erinnern, und wie aufgeregt ihre Männer gewesen waren, weil sie der wildfremden Hexe eine Audienz gewährt hatte. Ohne Rang, ohne Titel, ohne Empfehlung war Rel einfach aufgetaucht. Und hatte schlussendlich behauptet, dass Eve sie brauchte. Und ihren Standpunkt sehr hartnäckig verteidigt. Ein Umstand, der der Königin gefallen hatte. Jetzt, Jahre später waren sie dabei die sanft keimende Freundschaft zwischen ihnen zu hegen und zu pflegen, damit ihre Wurzeln immer tiefer und stärker wurden. <br />
<br />
Als die jüngere Hexe näher an sie herangetreten war, konnte Eve bereits an ihren Augen sehen, dass dies kein einfaches Gespräch werden würde. Also seufzte sie tief und hielt der Hexe ihre, bereits geleerte Tasse hin, und bat mit einer kleinen Handgeste darum, dass Rel eine neue besorgte. Im Anschluss würde sie sich alles anhören, was ihre Freundin ihr zu sagen hatte. Und sich überlegen, wie sie das Anliegen vor den ersten Kreis bringen würde, sollte es nötig werden. Der Nachteil daran, ihren Männern Gehör zu schenken und ihre Meinung zu respektieren, bedeutete leider auch, sich immer wieder mit Konflikten auseinandersetzen zu müssen… Früher war alles so anders gewesen… Nicht besser … einfach nur anders.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es war noch früh am Morgen und die Stadt erwachte nur langsam zum Leben. Doch die Vögel waren schon seit einigen Stunden hellwach und hatten Eve in ihren Garten gelockt, wo sie mit einer fast leeren aber noch leicht dampfenden Schokolade, eingewickelt in eine dicke Decke auf einer der Gartenbänke saß. Die Knie an die Brust gezogen, kuschelte sie sich tiefer in den flauschigen, grauen Pullover, der ihr eindeutig mehrere Nummern zu groß war. Dazu trug sie eine enganliegende schwarze Hose und dunkelgraue Boots mit flauschigem Futter. Heute war einer dieser Tage, wo sie keine Lust darauf hatte sich herzurichten und hübsch zu machen. Ohnehin hätten ihre Männer sie nicht aus dem Haus gehen lassen, ohne eine ganze Eskorte bereit zu stellen. <br />
Gestern Abend hatte sie ihre Macht ins Land geleitet und der Garten zeigte nach wenigen Stunden bereits Anzeichen dafür, dass dieses Geschenk gut aufgenommen worden war. <br />
Trotz der klirrenden Kälte und der leichten Schneedecke, die alles bedeckte hatten sich in Rels kleinem Kräutergarten, den Eve aus Respekt vor der Kunst des Stundenglases nicht betrat, hatten sich die frisch gesäten Samen bereits zu Keimlingen entwickelt, das Rosenbeet verströmte seinen herrlichen Duft und der morgendliche Nebel verlieh allem einen unwirklichen Touch. Es hatte seine Vorteile das Land auch außerhalb der natürlichen Saisonalen Grenzen fruchtbar und stark machen zu können, sodass ihr Garten immer eine kleine Wohlfühloase für sie darstellen konnte, in der sie Entspannung und Frieden finden konnte. Sie liebte diese Ruhe, bevor ein Tag anbrach und Termine wahrgenommen werden mussten und man keine ruhige Minute mehr für sich hatte. <br />
<br />
Eine dunkle Strähne löste sich aus dem behelfsmäßigen Dutt, den sie nicht mit der Kunst hatte fixieren können und Eve machte sich nicht die Mühe sie zu richten. Stattdessen pustete sie sie nur fort, damit sie nicht in ihrem Getränk landete, dass auf ihren Knien stand und Wärme abgab. Es wäre ein leichtes gewesen, einen Wärmezauber um sich zu legen oder ihre Kleidung vor dem Tau zu schützen, wenn der Einsatz des Handwerks nicht derart schmerzhaft gewesen wäre… doch sie hatte auch niemanden damit behelligen wollen. Die Mitglieder ihres ersten Kreises lebten entweder in eigenen Wohnungen und Häusern oder waren noch nicht wach und die Angestellten … die hatten auch ohne sie mehr als genug zu tun. Also saß sie einfach nur in dem Garten ihrer Residenz, genoss die Einsamkeit und den Gesang der Vögel, während sie sich erlaubte ein wenig über ‚die gute alte Zeit‘ zu sinnieren. <br />
<br />
Als Angehörige der Hexenrasse, war sie in einem anderen Jahrhundert geboren worden. Einem anderen Jahrtausend. Früher waren die Dinge anders gewesen. Nicht zwingend besser oder schlechter, einfach nur anders. Während es heutzutage zahlreiche Möglichkeiten gab, die einem das Leben leichter machten, gab es auch genauso viele Dinge, die es – vor allem den übernatürlichen Wesen – einem schwerer machten. Einfache Dinge … Dinge, die dennoch Wert besessen hatten … Reisen, Kommunikation, Informationen. Wie oft hatte man sich in Teesalons getroffen, um die neusten Neuigkeiten von überallher zu erhalten? Die Zeit mit Bekanntschaften genossen … heute musste man nur sein Smartphone zücken und war über alles und jeden informiert. Persönlicher Kontakt ging immer mehr zurück. Und auf die Gefahr hin, wie eine alte, tattrige Frau zu klingen: Sie mochte diesen elektronischen und technischen Kram nicht. Das war ihr alles viel zu aufregend und unnötig. Da behalf sie sich lieber mittels ihrer Magie.<br />
<br />
<br />
Sobald sie die das Purpurjuwel wahrnahm, und die mentale Signatur der Hexe aufschnappte, der es gehörte, legte sie ihren Kopf leicht schief und warf dann einen kurzen Blick auf die einfache Armbanduhr an ihrem Handgelenk. Zwanzig Minuten.<br />
<b> „Ich dachte schon, du wirst mich ganz unbeaufsichtigt hier sitzen lassen!“</b>, schmunzelte sie und verdrehte ihren Kopf noch ein klein wenig mehr, um einen Blick auf ihre Freundin werfen zu können, die – an manchen Tagen – eine größere Nervensäge darstellte, als die Männer in ihrem ersten Kreis. Selbst um ein Vielfaches nerviger, als die Kriegerprinzen. Rel war eine begnadete Heilerin und Schwarze Witwe und besaß auch darüber hinaus eine Vielzahl erstaunlicher Talente, die ihr halfen durchs Leben zu kommen. Allem voran jedoch, hatte sie ein Talent dafür, Eve zur Seite zu stehen, wann immer sie es am nötigsten brauchte. Das war immerhin auch der Grund, und das Argument gewesen, wieso sie an ihrem Hof aufgeschlagen war. Sie konnte sich noch sehr lebhaft an ihr erstes Zusammentreffen erinnern, und wie aufgeregt ihre Männer gewesen waren, weil sie der wildfremden Hexe eine Audienz gewährt hatte. Ohne Rang, ohne Titel, ohne Empfehlung war Rel einfach aufgetaucht. Und hatte schlussendlich behauptet, dass Eve sie brauchte. Und ihren Standpunkt sehr hartnäckig verteidigt. Ein Umstand, der der Königin gefallen hatte. Jetzt, Jahre später waren sie dabei die sanft keimende Freundschaft zwischen ihnen zu hegen und zu pflegen, damit ihre Wurzeln immer tiefer und stärker wurden. <br />
<br />
Als die jüngere Hexe näher an sie herangetreten war, konnte Eve bereits an ihren Augen sehen, dass dies kein einfaches Gespräch werden würde. Also seufzte sie tief und hielt der Hexe ihre, bereits geleerte Tasse hin, und bat mit einer kleinen Handgeste darum, dass Rel eine neue besorgte. Im Anschluss würde sie sich alles anhören, was ihre Freundin ihr zu sagen hatte. Und sich überlegen, wie sie das Anliegen vor den ersten Kreis bringen würde, sollte es nötig werden. Der Nachteil daran, ihren Männern Gehör zu schenken und ihre Meinung zu respektieren, bedeutete leider auch, sich immer wieder mit Konflikten auseinandersetzen zu müssen… Früher war alles so anders gewesen… Nicht besser … einfach nur anders.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Atelophobia - the fear of imperfection. The fear of never being good enough...]]></title>
			<link>https://beyond.stories-untold.de/showthread.php?tid=40</link>
			<pubDate>Mon, 22 May 2023 20:20:08 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://beyond.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=38">Eve Quinlan</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://beyond.stories-untold.de/showthread.php?tid=40</guid>
			<description><![CDATA[Eve saß im inoffiziellen Bereich des Hauses, der ihrem Hof auch als Arbeitsstätte diente. Zumindest ihr Blutdreieck und ihre Hofheilerin hatten feste Zimmer im Haus, die allesamt nahe den königlichen Gemächern lagen. Der Raum, der direkt mit ihrer Zimmerflucht verbunden war, stand zwar seit der Gründung ihres Hofes leer, doch das Treffen in diesem Raum abzuhalten wäre … falsch gewesen und hätte dem gesamten Hofstaat vollkommen falsche Signale gesendet. <br />
Das Dreieck der Königin bestand aus mindestens drei Männern, das die vierte Seite des Dreiecks – die Mitte, die Königin – umschloss. <i>Der Haushofmeister</i>, der Mann, der sich um die offiziellen Angelegenheiten des Hofes kümmerte. Er setzte offizielle Schriftstücke auf, verwaltete die Finanzen und war die erste Anlaufstelle für alle Mitglieder des Hofes, wenn es Probleme gab. Waren diese leicht zu lösen, übernahm er das. Gab es jedoch ernsthaftere Probleme, die die Aufmerksamkeit der Königin benötigten, fand er Raum und die richtigen Worte, um es ihr mitzuteilen. <i>Der Hauptmann der Wache</i>, war immer ein Mann, der sich mit der Sicherheit der Königin und des Hofes befasste. Heutzutage würde man ihn wohl eher als Security Manager bezeichnen, denn er sorgte dafür, dass niemandem ein Leid geschah und vor allem die Königin immer gut geschützt war. Immerhin sicherte sie das Bestehen des Hofes. <br />
<br />
Und dann gab es <i>den ersten Begleiter</i>. Wenn die amtierende Königin keinen <I>Gefährten</i> bestimmte oder erwählte, übernahm der erste Begleiter alle offiziellen Aufgaben eines Gefährten. Auftritte in der Öffentlichkeit, genauso wie Besuche im Theater oder bei Wohltätigkeitsveranstaltungen. Jemand, der immer an ihrer Seite war, dem sie vertrauen konnte… der große Unterschied war, dass seine Dienste vor der Schlafzimmertür endeten. Und niemand der Männer stand der Königin so nah, wie der Gefährte. Für ihn war diese Zimmerflucht bestimmt gewesen, die direkt an ihre grenzte. Mit eigenem Badezimmer, einem kleinen Salon und allgemein ausreichend Raum, um sich zurück zu ziehen und Ruhe zu finden. Und obwohl die Räumlichkeiten gut gepflegt waren und sauber gehalten wurden, hatte es seit Bestehen des Hofes nicht einen einzigen Mann gegeben, der diese Räumlichkeiten bewohnt hatte. Und wenn sie ehrlich war, würde das wahrscheinlich auch niemals der Fall sein. <br />
Doch das war der Grund, wieso sie in dem kleinen Salon für den Hof saß und sich von ihren Büchern getrennt hatten, die die einzige romantische Verwicklung in ihrem Leben darstellte. In einem hellgrauen Pullover und einer, an Oberschenkel und Knien, zerschlissenen, schwarzen Jeans mit rosafarbenen, flauschigen Socken bekleidet, nippte sie an dem Kräutertee und zog Strähnen aus dem aufwendig geflochtenen Zopf, der ihre dunklen Haare in Form hielt. Gedankenverloren konnte man meinen, auch wenn ihre Gedanken durchaus zielgerichtet waren. Seit Kurzem war sie um ein Hofmitglied reicher. Ein junger Prinz, der großes Potenzial besaß, der jedoch leider zur falschen Zeit in seinem Leben von allen wichtigen Ankern im Stich gelassen worden war. Sofern es überhaupt einen richtigen Zeitpunkt dafür geben konnte.<br />
Die Grundlagen seiner Ausbildung waren immerhin gut und er hatte eine genossen. Doch es fehlte ein gewisser Feinschliff und die Finesse, die jeder Angehörige des Blutes eines Tages an den Tag legte. Die meisten brauchten viele Jahrzehnte, einige sogar Jahrhunderte, doch sie hatte das Gefühl, dass Grayson in seinem Fertigkeiten Stand schon sehr viel weiter hätte sein können, wenn es jemanden gegeben hätte, der sich seiner angenommen hatte.  <br />
<br />
Die Königin kannte nicht alle Einzelheiten seines Lebens. Weder von der Hexe, die ein gutes Wort für ihn eingelegt hatte, noch von ihm selbst hatte sie verlangt, dass man ihr alle Fakten darlegte. Doch das, was sie in Erfahrung gebracht hatte, hatte sie wütend genug werden lassen, dass sie einen Streit mit Rel vom Zaun gebrochen hatte. Der einzigen Person, die ihrer Wut standhalten und mit weitaus schärferen Waffen zurückschlagen konnte, ohne im Anschluss einen Gram zu hegen oder ihr gegenüber übervorsichtig zu werden, wie es wahrscheinlich bei den Männern der Fall sein würde. Dass es sich bei ihr um eine dunkle Königin und ihrer Streitpartnerin um eine versierte Heilerin und absolut tödliche schwarze Witwe handelte… wären sie nicht die Frauen – nicht die Freundinnen – die sie waren, hätten sie den gesamten Hof in Schutt und Asche legen können, doch so weit war es nicht gekommen. Stattdessen hatte Eve sich abreagieren können und nun war sie dazu in der Lage darüber nachzudenken, wie sie diesem jungen Mann helfen konnte, ohne in blinde Raserei zu verfallen. Ohne den Wunsch zu hegen, denjenigen den Gar auszumachen, der ihn fallen gelassen hatte, als wäre er nichts mehr wert als ein Spielzeug. <br />
<br />
<i>*Lady, der Prinz ist eingetroffen und auf dem Weg zu euch.*</i>, der Butler, der schon seit Jahrzehnten in ihrem Dienst stand und seinen Job mit Leidenschaft und aus voller Überzeugung machte, brach den Kontakt sofort wieder ab, nachdem er die Nachricht auf einem Kommunikationsfaden dargebracht hatte. Eve dachte einen kurzen Moment darüber nach, ob sie sich ein wenig mehr … <i>königlich</i> hinsetzen sollte. Ihre Entscheidung fiel jedoch nicht zu Gunsten ihrer Kaste aus. Vielmehr blieb sie so, wie es gerade bequemer für sie war. Ein Bein aufgestellt und angezogen, das andere, beinahe so, als würde sie sich in einen Schneidersitz begeben wollen. Auf ihrem Knie stand die Tasse mit ihrem Getränk. Immerhin ihre Finger ließen ihr Haar in Ruhe und begannen stattdessen an einem losen Faden an ihrer Hose zu zuppeln, bis sie die mentale Signatur des Prinzen hinter sich spürte, noch bevor sie seine Schritte vernahm. <br />
<b> „Hallo Grayson. Setz dich doch, möchtest du etwas trinken?“</b>, begrüßte sie den jungen Mann mit einem Lächeln. Optisch sah sie nur wenige Jahre älter aus, als er. Doch der Schein trügte. Durch die magischen Gegenstände, die ihre Schwester fertigte und die einen Teil ihrer eigenen Macht in sich konservierten, konnte sie ihren eigenen Körper ‚einfrieren‘ und um viele, viele Jahre jünger erscheinen, als sie eigentlich war. Doch statt einer Mittvierzigerin vor sich zu haben, saß eine Frau da, die gerade einmal wie Ende zwanzig, Anfang dreißig aussah. <b> „Ist Rel nett zu dir?“</b>, erkundigte sie sich bei dem Prinzen, nachdem er sich gesetzt hatte, über die Heilerin und Schwarze Witwe, die ein Auge auf ihn haben und ihm ein paar Hilfestellungen an diesem Hof geben sollte. Vielleicht war sie nicht die warmherzigste Person, doch sie war frei von Vorurteilen und beurteilte Menschen danach, wie sie sich ihr gegenüber verhielten und nicht danach, was sie meinte von ihnen zu wissen. Er wollte einen Neustart, also würde dieser Hof ihm einen ermöglichen. Die Frage war, was er daraus machen würde.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Eve saß im inoffiziellen Bereich des Hauses, der ihrem Hof auch als Arbeitsstätte diente. Zumindest ihr Blutdreieck und ihre Hofheilerin hatten feste Zimmer im Haus, die allesamt nahe den königlichen Gemächern lagen. Der Raum, der direkt mit ihrer Zimmerflucht verbunden war, stand zwar seit der Gründung ihres Hofes leer, doch das Treffen in diesem Raum abzuhalten wäre … falsch gewesen und hätte dem gesamten Hofstaat vollkommen falsche Signale gesendet. <br />
Das Dreieck der Königin bestand aus mindestens drei Männern, das die vierte Seite des Dreiecks – die Mitte, die Königin – umschloss. <i>Der Haushofmeister</i>, der Mann, der sich um die offiziellen Angelegenheiten des Hofes kümmerte. Er setzte offizielle Schriftstücke auf, verwaltete die Finanzen und war die erste Anlaufstelle für alle Mitglieder des Hofes, wenn es Probleme gab. Waren diese leicht zu lösen, übernahm er das. Gab es jedoch ernsthaftere Probleme, die die Aufmerksamkeit der Königin benötigten, fand er Raum und die richtigen Worte, um es ihr mitzuteilen. <i>Der Hauptmann der Wache</i>, war immer ein Mann, der sich mit der Sicherheit der Königin und des Hofes befasste. Heutzutage würde man ihn wohl eher als Security Manager bezeichnen, denn er sorgte dafür, dass niemandem ein Leid geschah und vor allem die Königin immer gut geschützt war. Immerhin sicherte sie das Bestehen des Hofes. <br />
<br />
Und dann gab es <i>den ersten Begleiter</i>. Wenn die amtierende Königin keinen <I>Gefährten</i> bestimmte oder erwählte, übernahm der erste Begleiter alle offiziellen Aufgaben eines Gefährten. Auftritte in der Öffentlichkeit, genauso wie Besuche im Theater oder bei Wohltätigkeitsveranstaltungen. Jemand, der immer an ihrer Seite war, dem sie vertrauen konnte… der große Unterschied war, dass seine Dienste vor der Schlafzimmertür endeten. Und niemand der Männer stand der Königin so nah, wie der Gefährte. Für ihn war diese Zimmerflucht bestimmt gewesen, die direkt an ihre grenzte. Mit eigenem Badezimmer, einem kleinen Salon und allgemein ausreichend Raum, um sich zurück zu ziehen und Ruhe zu finden. Und obwohl die Räumlichkeiten gut gepflegt waren und sauber gehalten wurden, hatte es seit Bestehen des Hofes nicht einen einzigen Mann gegeben, der diese Räumlichkeiten bewohnt hatte. Und wenn sie ehrlich war, würde das wahrscheinlich auch niemals der Fall sein. <br />
Doch das war der Grund, wieso sie in dem kleinen Salon für den Hof saß und sich von ihren Büchern getrennt hatten, die die einzige romantische Verwicklung in ihrem Leben darstellte. In einem hellgrauen Pullover und einer, an Oberschenkel und Knien, zerschlissenen, schwarzen Jeans mit rosafarbenen, flauschigen Socken bekleidet, nippte sie an dem Kräutertee und zog Strähnen aus dem aufwendig geflochtenen Zopf, der ihre dunklen Haare in Form hielt. Gedankenverloren konnte man meinen, auch wenn ihre Gedanken durchaus zielgerichtet waren. Seit Kurzem war sie um ein Hofmitglied reicher. Ein junger Prinz, der großes Potenzial besaß, der jedoch leider zur falschen Zeit in seinem Leben von allen wichtigen Ankern im Stich gelassen worden war. Sofern es überhaupt einen richtigen Zeitpunkt dafür geben konnte.<br />
Die Grundlagen seiner Ausbildung waren immerhin gut und er hatte eine genossen. Doch es fehlte ein gewisser Feinschliff und die Finesse, die jeder Angehörige des Blutes eines Tages an den Tag legte. Die meisten brauchten viele Jahrzehnte, einige sogar Jahrhunderte, doch sie hatte das Gefühl, dass Grayson in seinem Fertigkeiten Stand schon sehr viel weiter hätte sein können, wenn es jemanden gegeben hätte, der sich seiner angenommen hatte.  <br />
<br />
Die Königin kannte nicht alle Einzelheiten seines Lebens. Weder von der Hexe, die ein gutes Wort für ihn eingelegt hatte, noch von ihm selbst hatte sie verlangt, dass man ihr alle Fakten darlegte. Doch das, was sie in Erfahrung gebracht hatte, hatte sie wütend genug werden lassen, dass sie einen Streit mit Rel vom Zaun gebrochen hatte. Der einzigen Person, die ihrer Wut standhalten und mit weitaus schärferen Waffen zurückschlagen konnte, ohne im Anschluss einen Gram zu hegen oder ihr gegenüber übervorsichtig zu werden, wie es wahrscheinlich bei den Männern der Fall sein würde. Dass es sich bei ihr um eine dunkle Königin und ihrer Streitpartnerin um eine versierte Heilerin und absolut tödliche schwarze Witwe handelte… wären sie nicht die Frauen – nicht die Freundinnen – die sie waren, hätten sie den gesamten Hof in Schutt und Asche legen können, doch so weit war es nicht gekommen. Stattdessen hatte Eve sich abreagieren können und nun war sie dazu in der Lage darüber nachzudenken, wie sie diesem jungen Mann helfen konnte, ohne in blinde Raserei zu verfallen. Ohne den Wunsch zu hegen, denjenigen den Gar auszumachen, der ihn fallen gelassen hatte, als wäre er nichts mehr wert als ein Spielzeug. <br />
<br />
<i>*Lady, der Prinz ist eingetroffen und auf dem Weg zu euch.*</i>, der Butler, der schon seit Jahrzehnten in ihrem Dienst stand und seinen Job mit Leidenschaft und aus voller Überzeugung machte, brach den Kontakt sofort wieder ab, nachdem er die Nachricht auf einem Kommunikationsfaden dargebracht hatte. Eve dachte einen kurzen Moment darüber nach, ob sie sich ein wenig mehr … <i>königlich</i> hinsetzen sollte. Ihre Entscheidung fiel jedoch nicht zu Gunsten ihrer Kaste aus. Vielmehr blieb sie so, wie es gerade bequemer für sie war. Ein Bein aufgestellt und angezogen, das andere, beinahe so, als würde sie sich in einen Schneidersitz begeben wollen. Auf ihrem Knie stand die Tasse mit ihrem Getränk. Immerhin ihre Finger ließen ihr Haar in Ruhe und begannen stattdessen an einem losen Faden an ihrer Hose zu zuppeln, bis sie die mentale Signatur des Prinzen hinter sich spürte, noch bevor sie seine Schritte vernahm. <br />
<b> „Hallo Grayson. Setz dich doch, möchtest du etwas trinken?“</b>, begrüßte sie den jungen Mann mit einem Lächeln. Optisch sah sie nur wenige Jahre älter aus, als er. Doch der Schein trügte. Durch die magischen Gegenstände, die ihre Schwester fertigte und die einen Teil ihrer eigenen Macht in sich konservierten, konnte sie ihren eigenen Körper ‚einfrieren‘ und um viele, viele Jahre jünger erscheinen, als sie eigentlich war. Doch statt einer Mittvierzigerin vor sich zu haben, saß eine Frau da, die gerade einmal wie Ende zwanzig, Anfang dreißig aussah. <b> „Ist Rel nett zu dir?“</b>, erkundigte sie sich bei dem Prinzen, nachdem er sich gesetzt hatte, über die Heilerin und Schwarze Witwe, die ein Auge auf ihn haben und ihm ein paar Hilfestellungen an diesem Hof geben sollte. Vielleicht war sie nicht die warmherzigste Person, doch sie war frei von Vorurteilen und beurteilte Menschen danach, wie sie sich ihr gegenüber verhielten und nicht danach, was sie meinte von ihnen zu wissen. Er wollte einen Neustart, also würde dieser Hof ihm einen ermöglichen. Die Frage war, was er daraus machen würde.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[we're all searching for someone]]></title>
			<link>https://beyond.stories-untold.de/showthread.php?tid=24</link>
			<pubDate>Thu, 02 Mar 2023 11:20:29 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://beyond.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=23">Rodavan Kovacs</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://beyond.stories-untold.de/showthread.php?tid=24</guid>
			<description><![CDATA[Seine blutigen Füße hinterließen feuchte Spuren auf den steinernen Treppen, die zum hell erleuchteten Herrenhaus führten. Die Fassade war ein wenig verwittert aber gepflegt und sprach von einer alten Erhabenheit, die nicht in den Häusern zu finden war, die heutzutage gebaut wurden. Säulen stützten den Bereich vor der Eingangstür, an die Avan sich schwer atmend lehnte und seine Stirn gegen das kühle Holz drückte. <br />
Seine Haut stand in Flammen. Und unter dieser brodelte sein Blut wie flüssige Lava. Er hatte die Zeit der Brunst schon erlebt, doch für gewöhnlich war diese mit einer erhöhten Reizbarkeit und Gewaltbereitschaft einhergegangen, sowie einem gesteigerten Sexualtrieb. Doch nie zuvor hatte er etwas derartiges verspürt. Zu Beginn war es nur ein unangenehmes Gefühl unter seiner Haut gewesen. Etwas, das er nicht wirklich benennen, aber noch sehr gut hatte ignorieren können. Doch mit jeder Stunde hatte es sich gesteigert. War angewachsen, bis feiner Schweiß seine Wirbelsäule hinabgerannt war und seine Haut sich immer weiter erhitzt hatte. Der innere Drang, das Gefühl des Getrieben seins hatte immer mehr zugenommen, war immer stärker geworden und hatte ihn schlussendlich die Kontrolle verlieren lassen. <br />
<br />
Er war in den Wald gegangen, hatte versucht sich bei einer Jagd zu beruhigen, bei der er seine Raubtierinstinkte auf ein Opfer verlagert hatte. Gewalt half, seltsamerweise, genauso gut wie Sex. Und er hatte beschlossen niemandem zu nahe zu kommen, während er in diesem Zustand war. Doch nachdem er die Fährte eines Hirsches aufgenommen und die Jagd begonnen hatte, waren seine Instinkte mit ihm durchgegangen. Seine nackten Füße waren über den Waldboden geflogen, hatten ihn zielstrebig in eine bestimmte Richtung gedrängt. Er war einem Ziehen, einem Sog gefolgt, ohne es wirklich zu realisieren, bis mit einem Schlag ein Höllenhund neben ihm her gelaufen war und ihn animiert hatte zu spielen. Avan hatte ihn ignoriert und war zu dem Haus gerannt, ohne die scharfkantigen Steine zu spüren die sich in seine Füße schnitten. Ebenso wie er zuvor nicht die peitschenden Äste wahrgenommen hatte, die ihm seine nackte Brust, seine ungeschützten Arme und sein Gesicht aufgepeitscht hatten. Zu einem Teil waren die Wunden bereits geheilt, doch hier und dort flossen noch immer rote Rinnsale seine tätowierte Haut hinunter. <br />
<br />
Seine glitschigen Finger legten sich an den Knauf und er drehte diesen. Ohne Hindernisse sprang die Tür auf und hinter ihm hörte er das Hecheln des Höllenhundes, während seine Füße feuchte, platschende Geräusche auf dem Boden hinterließen. Er roch nach Wald, nach Erde und Salz. Und er roch nach Blut und Werwolf. Sodass zahlreiche Vampire mit einem Schlag alarmiert in der Empfangshalle standen und ihn anstarrten. Doch Avan nahm sie nicht wahr. Er wusste genau, wo er hingehen musste, um Kaeso zu finden, auch wenn er den größten Teil dieses Hauses nicht kannte und sich überwiegend im freien Teil des Herrenhauses aufgehalten hatte. Das Band würde ihn ohne Trugschlüsse zu dem Mann führen, an den es ihn gefesselt hatte. Und der erste Schlag, der mit einem Gesichtsschädel kollidierte, machte auch sehr deutlich, dass er niemandem erlauben würde, sich ihm in den Weg zu stellen. <br />
<br />
Die Vampire waren schneller als er, doch er hatte den Vorteil, dass niemand ihn verletzen würde. Diese Weisung hatten sie alle bekommen. Die kleine Irre hatte es ihm erzählt. Alles nur wegen diesem verdammten Band. Dem Band, das ihn hierher gezerrt hatte. <br />
<br />
In seinen Augen stand die Bestie und er nahm alles durch einen blutigen Schleier wahr, während seine Fingerknöchel mit Knochen und Fleisch kollidierten und er im Anschluss mehrere Treppenstufen nahm, um ins obere Geschoss zu kommen. Als er an einer geöffneten Tür vorbeikam, hörte er ein entzücktes Jauchzen und eine helle Stimme, die Worte sprach, deren Sinn er jedoch nicht erfasste. Das Gefühl des Getrieben seins nahm immer mehr zu, spitzte sich zu einem scharfen Schmerz in seinen Schläfen heran, machte ihn beinahe wahnsinnig. So wahnsinnig, wie die kleine Vampirin, die ihm tänzelnd hinterherlief und ihn mit belanglosen Informationen zutextete. Er nahm nichts wahr. Nichts außer dem Ziehen in seiner Brust, dem Verlangen, dem Sog, der wahnsinnigen Gier, die ihm erneut den Schweiß auf die Haut trieb. <br />
Seine Haut glühte. Seine Augen waren wild. Und nichts erinnerte an den hellen, berechnenden Verstand des Mannes, der für Gewöhnlich die Kontrolle hatte. Er bestand nur noch aus Instinkt und primitiven Empfindungen. Nichts menschliches war zurückgeblieben. <br />
<br />
<br />
<i> „Was ist hier los?“</i>, wollte eine Stimme wissen und Avan blieb wie angewurzelt stehen, sodass die Vampirin in ihn hineinlief und an ihm vorbeilinste, um zu sehen wieso er stehen geblieben war. <br />
<br />
Doch in Avans Brust lösten sich Ketten, die zuvor seine Lungen in einem eisernen Griff gehalten hatten. Zum ersten Mal seit Stunden konnte er durchatmen und als der Gestank des Vampirs ihm in die Nase stieg, beruhigte sich etwas in ihm. Ein kleiner Riss entstand im blutigen Schleier, der seine Welt gefangenhielt, sodass er zumindest Kaeso klar und deutlich wahrnehmen konnte. <br />
<br />
<i> „Darf ich mit Avan spielen?“</i>, erklang die weibliche, kindliche Stimme an seiner Seite, als sich eine kleine, eisige Hand an seinen Unterarm legte, die er sogleich wegriss. Und ehe Kaeso die Gelegenheit hatte zu antworten, stand Avan auch schon vor ihm, grub seine Finger in das dunkle Haar des Mannes und drängte seine brennende Stirn gegen die kühle des Vampirs. Es war ihm egal, dass er bestialisch stank und seine Sinne überreizt waren. Die Kälte, die der Mann ausstrahlte, kühlte ihn ebenfalls ein wenig herunter und die Nähe zu ihm ließ ihn freier atmen. Mit geschlossenen Augen verlor sein Gesicht die angespannten Züge und er seufzte nur leise, ehe sich Vesna von hinten an ihn schmiegte und die Arme um ihn schloss. Eine weitere kühle Gestalt, die seinen Körper herunterkühlte. <br />
<br />
Mit dem Gefühl endlich angekommen zu sein, endlich das gefunden zu haben, was seine Instinkte so verzweifelt gesucht hatten, was sein Inneres so dringend brauchte, sank er in die Knie und seufzte, als zeitgleich ein leises Kichern erklang. <i> „Ich glaube er hat sich Sorgen gemacht.“</i>, stellte Vesna fest und strich durch sein Haupthaar, wie sie es so oft bei den anderen Werwölfen seines Rudels versuchte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Seine blutigen Füße hinterließen feuchte Spuren auf den steinernen Treppen, die zum hell erleuchteten Herrenhaus führten. Die Fassade war ein wenig verwittert aber gepflegt und sprach von einer alten Erhabenheit, die nicht in den Häusern zu finden war, die heutzutage gebaut wurden. Säulen stützten den Bereich vor der Eingangstür, an die Avan sich schwer atmend lehnte und seine Stirn gegen das kühle Holz drückte. <br />
Seine Haut stand in Flammen. Und unter dieser brodelte sein Blut wie flüssige Lava. Er hatte die Zeit der Brunst schon erlebt, doch für gewöhnlich war diese mit einer erhöhten Reizbarkeit und Gewaltbereitschaft einhergegangen, sowie einem gesteigerten Sexualtrieb. Doch nie zuvor hatte er etwas derartiges verspürt. Zu Beginn war es nur ein unangenehmes Gefühl unter seiner Haut gewesen. Etwas, das er nicht wirklich benennen, aber noch sehr gut hatte ignorieren können. Doch mit jeder Stunde hatte es sich gesteigert. War angewachsen, bis feiner Schweiß seine Wirbelsäule hinabgerannt war und seine Haut sich immer weiter erhitzt hatte. Der innere Drang, das Gefühl des Getrieben seins hatte immer mehr zugenommen, war immer stärker geworden und hatte ihn schlussendlich die Kontrolle verlieren lassen. <br />
<br />
Er war in den Wald gegangen, hatte versucht sich bei einer Jagd zu beruhigen, bei der er seine Raubtierinstinkte auf ein Opfer verlagert hatte. Gewalt half, seltsamerweise, genauso gut wie Sex. Und er hatte beschlossen niemandem zu nahe zu kommen, während er in diesem Zustand war. Doch nachdem er die Fährte eines Hirsches aufgenommen und die Jagd begonnen hatte, waren seine Instinkte mit ihm durchgegangen. Seine nackten Füße waren über den Waldboden geflogen, hatten ihn zielstrebig in eine bestimmte Richtung gedrängt. Er war einem Ziehen, einem Sog gefolgt, ohne es wirklich zu realisieren, bis mit einem Schlag ein Höllenhund neben ihm her gelaufen war und ihn animiert hatte zu spielen. Avan hatte ihn ignoriert und war zu dem Haus gerannt, ohne die scharfkantigen Steine zu spüren die sich in seine Füße schnitten. Ebenso wie er zuvor nicht die peitschenden Äste wahrgenommen hatte, die ihm seine nackte Brust, seine ungeschützten Arme und sein Gesicht aufgepeitscht hatten. Zu einem Teil waren die Wunden bereits geheilt, doch hier und dort flossen noch immer rote Rinnsale seine tätowierte Haut hinunter. <br />
<br />
Seine glitschigen Finger legten sich an den Knauf und er drehte diesen. Ohne Hindernisse sprang die Tür auf und hinter ihm hörte er das Hecheln des Höllenhundes, während seine Füße feuchte, platschende Geräusche auf dem Boden hinterließen. Er roch nach Wald, nach Erde und Salz. Und er roch nach Blut und Werwolf. Sodass zahlreiche Vampire mit einem Schlag alarmiert in der Empfangshalle standen und ihn anstarrten. Doch Avan nahm sie nicht wahr. Er wusste genau, wo er hingehen musste, um Kaeso zu finden, auch wenn er den größten Teil dieses Hauses nicht kannte und sich überwiegend im freien Teil des Herrenhauses aufgehalten hatte. Das Band würde ihn ohne Trugschlüsse zu dem Mann führen, an den es ihn gefesselt hatte. Und der erste Schlag, der mit einem Gesichtsschädel kollidierte, machte auch sehr deutlich, dass er niemandem erlauben würde, sich ihm in den Weg zu stellen. <br />
<br />
Die Vampire waren schneller als er, doch er hatte den Vorteil, dass niemand ihn verletzen würde. Diese Weisung hatten sie alle bekommen. Die kleine Irre hatte es ihm erzählt. Alles nur wegen diesem verdammten Band. Dem Band, das ihn hierher gezerrt hatte. <br />
<br />
In seinen Augen stand die Bestie und er nahm alles durch einen blutigen Schleier wahr, während seine Fingerknöchel mit Knochen und Fleisch kollidierten und er im Anschluss mehrere Treppenstufen nahm, um ins obere Geschoss zu kommen. Als er an einer geöffneten Tür vorbeikam, hörte er ein entzücktes Jauchzen und eine helle Stimme, die Worte sprach, deren Sinn er jedoch nicht erfasste. Das Gefühl des Getrieben seins nahm immer mehr zu, spitzte sich zu einem scharfen Schmerz in seinen Schläfen heran, machte ihn beinahe wahnsinnig. So wahnsinnig, wie die kleine Vampirin, die ihm tänzelnd hinterherlief und ihn mit belanglosen Informationen zutextete. Er nahm nichts wahr. Nichts außer dem Ziehen in seiner Brust, dem Verlangen, dem Sog, der wahnsinnigen Gier, die ihm erneut den Schweiß auf die Haut trieb. <br />
Seine Haut glühte. Seine Augen waren wild. Und nichts erinnerte an den hellen, berechnenden Verstand des Mannes, der für Gewöhnlich die Kontrolle hatte. Er bestand nur noch aus Instinkt und primitiven Empfindungen. Nichts menschliches war zurückgeblieben. <br />
<br />
<br />
<i> „Was ist hier los?“</i>, wollte eine Stimme wissen und Avan blieb wie angewurzelt stehen, sodass die Vampirin in ihn hineinlief und an ihm vorbeilinste, um zu sehen wieso er stehen geblieben war. <br />
<br />
Doch in Avans Brust lösten sich Ketten, die zuvor seine Lungen in einem eisernen Griff gehalten hatten. Zum ersten Mal seit Stunden konnte er durchatmen und als der Gestank des Vampirs ihm in die Nase stieg, beruhigte sich etwas in ihm. Ein kleiner Riss entstand im blutigen Schleier, der seine Welt gefangenhielt, sodass er zumindest Kaeso klar und deutlich wahrnehmen konnte. <br />
<br />
<i> „Darf ich mit Avan spielen?“</i>, erklang die weibliche, kindliche Stimme an seiner Seite, als sich eine kleine, eisige Hand an seinen Unterarm legte, die er sogleich wegriss. Und ehe Kaeso die Gelegenheit hatte zu antworten, stand Avan auch schon vor ihm, grub seine Finger in das dunkle Haar des Mannes und drängte seine brennende Stirn gegen die kühle des Vampirs. Es war ihm egal, dass er bestialisch stank und seine Sinne überreizt waren. Die Kälte, die der Mann ausstrahlte, kühlte ihn ebenfalls ein wenig herunter und die Nähe zu ihm ließ ihn freier atmen. Mit geschlossenen Augen verlor sein Gesicht die angespannten Züge und er seufzte nur leise, ehe sich Vesna von hinten an ihn schmiegte und die Arme um ihn schloss. Eine weitere kühle Gestalt, die seinen Körper herunterkühlte. <br />
<br />
Mit dem Gefühl endlich angekommen zu sein, endlich das gefunden zu haben, was seine Instinkte so verzweifelt gesucht hatten, was sein Inneres so dringend brauchte, sank er in die Knie und seufzte, als zeitgleich ein leises Kichern erklang. <i> „Ich glaube er hat sich Sorgen gemacht.“</i>, stellte Vesna fest und strich durch sein Haupthaar, wie sie es so oft bei den anderen Werwölfen seines Rudels versuchte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[calling a sword by its name]]></title>
			<link>https://beyond.stories-untold.de/showthread.php?tid=23</link>
			<pubDate>Thu, 02 Mar 2023 11:17:47 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://beyond.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=26">Kaeso Seneca</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://beyond.stories-untold.de/showthread.php?tid=23</guid>
			<description><![CDATA[Die schweren Vorhänge der alten Stadtvilla waren zugezogen und kein Sonnenstrahl schaffte es durch den dichten Samt, während der Kronleuchter an der hohen Decke den Raum in warmes, schummriges Licht hüllte. Diese Villa war nicht Kaesos erste Wahl, sie war weder vor Sonnenlicht gesichert nicht groß genug um angemessen viel Platz für sich und seine engsten Vertrauten zu bieten, die mit ihm nach New York gekommen waren. Wenn ein Clanoberhaupt reiste, war es nur natürlich, dass ein Großteil des Clans folgen wollte. Er hatte sich jedoch auf ein MInimum beschränkt, mit dem Wissen, dass er nicht lange genug bleiben wollte.. zumindest war das der Plan gewesen. Das Ziehen in seiner Brust erinnerte ihn aber nur zu gut daran, dass diese Entscheidung früher oder später noch einmal neu getroffen werden musste. Nichtsdestotrotz, war das hier lediglich ein Zweitwohnsitz, der sicher genug war, zwar auch lange Sicht keine Vampire zu beherbergen, aber zumindest genug magischen Schutz bot, um etwas im Haus zu behalten, was unter keinem Umstand auf hinaus geraten wurde, solange nicht geklärt war, um was genau es sich handelte. <br />
<br />
Mit verschränkten Armen, betrachtete der Vampir das Artefakt, welches auf dem Tisch ausgebreitet und in ein einfaches Leinentuch gewickelt, aufgebahrt worden war. Er selbst schien nicht in der Lage, es zu berühren. Ob es schlichtweg daran lag, dass es einen Schutz gegen Vampire bot, konnte er nicht einschätzen, aber sicher war, dass die Aura, die dieses Schwert umgab, Etwas wildes und ursprüngliches in ihm versuchte hervor zu holen. Kaeso war zu alt, um auf diese Art von billigen Tricks hereinzufallen. Er hätte die Jahrtausende nicht überlebt, wenn er sich einfach so, seinen Trieben hingegeben hätte. Vielleicht war er aber auch einfach nur zu sehr in seinem eigenen Kopf verworren, so dass die Wirkung auf ihn schwach wirkte. Bei Vesna jedenfalls, hatte es beste Wirkung gezeigt, als sie auch nur in die Nähe der Waffe gekommen war.<br />
<br />
Die in dem viktorianischen Salon war noch immer schwer vom Duft des Blutes, das die Vampirin vergossen hatte, sobald sie ihren Blick auf den Säbel geworfen hatte. Zum Glück war es nur sein eigenes gewesen, auch wenn die Anderen es anders sahen. Kaeso war in der Lage, über diesen Frevel hinweg zu sehen, ihr keine Schuld daran zu geben. Es lag in seinem eigenen Ermessen wie und ob er sie dafür bestrafen wollte. Wäre es das Blut eines anderen Clanmitglieds gewesen, hätte er diese Freiheit nicht gehabt.<br />
<br />
Er hatte Vesna wegbringen lassen, zum einen um sie zu schützen. zum Anderen, um den Schein zu bewahren, dass er sie nicht noch einmal mit Samthandschuhen anfasste, denn wer Vesna kannte, wusste dass sie ihm nicht von der Seite wich. Dass er sie mit einem simplen befehl von sich gestoßen hatte, war ihr mit Sicherheit wie ein Verrat vorgekommen, doch dass konnte er gerade biegen, sobald er wusste, wie dieses Artefakt überhaupt in seine Villa gekommen war und wer zum Henker dafür verantwortlich war. <br />
<br />
<i>”Herr.. Ihr Gast ist eingetroffen.”</i> Kaeso sah über die Schulter zu dem jungen, schmächtigen Menschen in einem gut sitzenden Anzug. Er hätte keine Vorwarnung gebraucht. Der Vampir spürte ganz genau, dass Avan in der Nähe war. Die  Tatsache, dass es ihn auf einer ganz elementaren Ebene befriedigte, war noch immer verstörend. Verstörender als die Waffe, die vor ihm lag. <b>”Bring ihn hoch, ich will hier mit ihm sprechen.”</b>  Der Mann neigte ergeben den Kopf und schloss die Tür wieder. <br />
<br />
Der Säbel war alt. Wenn Kaeso es richtig einschätze, vielleicht sogar älter als er selbst. Dennoch glänzte die Klinge sil#bern und der Griff in warmen Gold. Dennoch schien der Rubin am Knauf makellos und das Leber, dass den Griff umwickelte, als wäre es nie angefasst worden. Er konnte jede Gravur in dem Metall erkennen. Worte, in einer Schrift und sprache, die er noch nie zuvor gesehen hatte. Artefakte wie dieses, durften und sollten nicht mehr existieren. Er erinnerte sich an eine Zeit in der sie bereits so selten vorgekommen waren, dass sie mehr Legenden, als Wahrheit gewesen waren. <br />
<br />
Seine Wunden heilten bereits. Vesna, hatte ihm in ihrer Rage, nicht nur den Arm zerkratzt, sondern auch ein gutes Stück Haut und Fleisch aus dem Oberarm gerissen. Kaeso hatte ich selbst darum gekümmert. Die Tatsache, dass er erst gestern getrunken hatte half, die Heilung um einiges zu beschleunigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die schweren Vorhänge der alten Stadtvilla waren zugezogen und kein Sonnenstrahl schaffte es durch den dichten Samt, während der Kronleuchter an der hohen Decke den Raum in warmes, schummriges Licht hüllte. Diese Villa war nicht Kaesos erste Wahl, sie war weder vor Sonnenlicht gesichert nicht groß genug um angemessen viel Platz für sich und seine engsten Vertrauten zu bieten, die mit ihm nach New York gekommen waren. Wenn ein Clanoberhaupt reiste, war es nur natürlich, dass ein Großteil des Clans folgen wollte. Er hatte sich jedoch auf ein MInimum beschränkt, mit dem Wissen, dass er nicht lange genug bleiben wollte.. zumindest war das der Plan gewesen. Das Ziehen in seiner Brust erinnerte ihn aber nur zu gut daran, dass diese Entscheidung früher oder später noch einmal neu getroffen werden musste. Nichtsdestotrotz, war das hier lediglich ein Zweitwohnsitz, der sicher genug war, zwar auch lange Sicht keine Vampire zu beherbergen, aber zumindest genug magischen Schutz bot, um etwas im Haus zu behalten, was unter keinem Umstand auf hinaus geraten wurde, solange nicht geklärt war, um was genau es sich handelte. <br />
<br />
Mit verschränkten Armen, betrachtete der Vampir das Artefakt, welches auf dem Tisch ausgebreitet und in ein einfaches Leinentuch gewickelt, aufgebahrt worden war. Er selbst schien nicht in der Lage, es zu berühren. Ob es schlichtweg daran lag, dass es einen Schutz gegen Vampire bot, konnte er nicht einschätzen, aber sicher war, dass die Aura, die dieses Schwert umgab, Etwas wildes und ursprüngliches in ihm versuchte hervor zu holen. Kaeso war zu alt, um auf diese Art von billigen Tricks hereinzufallen. Er hätte die Jahrtausende nicht überlebt, wenn er sich einfach so, seinen Trieben hingegeben hätte. Vielleicht war er aber auch einfach nur zu sehr in seinem eigenen Kopf verworren, so dass die Wirkung auf ihn schwach wirkte. Bei Vesna jedenfalls, hatte es beste Wirkung gezeigt, als sie auch nur in die Nähe der Waffe gekommen war.<br />
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Die in dem viktorianischen Salon war noch immer schwer vom Duft des Blutes, das die Vampirin vergossen hatte, sobald sie ihren Blick auf den Säbel geworfen hatte. Zum Glück war es nur sein eigenes gewesen, auch wenn die Anderen es anders sahen. Kaeso war in der Lage, über diesen Frevel hinweg zu sehen, ihr keine Schuld daran zu geben. Es lag in seinem eigenen Ermessen wie und ob er sie dafür bestrafen wollte. Wäre es das Blut eines anderen Clanmitglieds gewesen, hätte er diese Freiheit nicht gehabt.<br />
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Er hatte Vesna wegbringen lassen, zum einen um sie zu schützen. zum Anderen, um den Schein zu bewahren, dass er sie nicht noch einmal mit Samthandschuhen anfasste, denn wer Vesna kannte, wusste dass sie ihm nicht von der Seite wich. Dass er sie mit einem simplen befehl von sich gestoßen hatte, war ihr mit Sicherheit wie ein Verrat vorgekommen, doch dass konnte er gerade biegen, sobald er wusste, wie dieses Artefakt überhaupt in seine Villa gekommen war und wer zum Henker dafür verantwortlich war. <br />
<br />
<i>”Herr.. Ihr Gast ist eingetroffen.”</i> Kaeso sah über die Schulter zu dem jungen, schmächtigen Menschen in einem gut sitzenden Anzug. Er hätte keine Vorwarnung gebraucht. Der Vampir spürte ganz genau, dass Avan in der Nähe war. Die  Tatsache, dass es ihn auf einer ganz elementaren Ebene befriedigte, war noch immer verstörend. Verstörender als die Waffe, die vor ihm lag. <b>”Bring ihn hoch, ich will hier mit ihm sprechen.”</b>  Der Mann neigte ergeben den Kopf und schloss die Tür wieder. <br />
<br />
Der Säbel war alt. Wenn Kaeso es richtig einschätze, vielleicht sogar älter als er selbst. Dennoch glänzte die Klinge sil#bern und der Griff in warmen Gold. Dennoch schien der Rubin am Knauf makellos und das Leber, dass den Griff umwickelte, als wäre es nie angefasst worden. Er konnte jede Gravur in dem Metall erkennen. Worte, in einer Schrift und sprache, die er noch nie zuvor gesehen hatte. Artefakte wie dieses, durften und sollten nicht mehr existieren. Er erinnerte sich an eine Zeit in der sie bereits so selten vorgekommen waren, dass sie mehr Legenden, als Wahrheit gewesen waren. <br />
<br />
Seine Wunden heilten bereits. Vesna, hatte ihm in ihrer Rage, nicht nur den Arm zerkratzt, sondern auch ein gutes Stück Haut und Fleisch aus dem Oberarm gerissen. Kaeso hatte ich selbst darum gekümmert. Die Tatsache, dass er erst gestern getrunken hatte half, die Heilung um einiges zu beschleunigen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[the world evolves around us]]></title>
			<link>https://beyond.stories-untold.de/showthread.php?tid=22</link>
			<pubDate>Thu, 02 Mar 2023 11:12:58 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://beyond.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=22">Vesna Seneca</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://beyond.stories-untold.de/showthread.php?tid=22</guid>
			<description><![CDATA[Die kleine Vampirin saß auf dem Schoß ihres Herren und strich ihm einige Strähnen des dunklen Haares glatt. Vor einigen Tagen hatte er ihr eröffnet, dass er nach New York gehen würden und es hatte sie in eine kleine Schockstarre versetzt. Jetzt hingegen, war sie ruhiger. Er hatte ihr gesagt, dass sie ihn begleiten konnte, dass sie nicht alleine zurückbleiben musste und so sehr sie sich auch von allen anderen zurückzog und alle anderen Lebewesen zu meiden vorzog, war die Vorstellung, dass Kaeso sie vielleicht nicht mitnehmen wollte ein Schlag für sie gewesen, der sie beinahe wieder in das dunkle Loch zurückbefördert hatte, aus dem sie sich nur so schwerlich herausgezogen hatte. Auch das war nur durch seine Hilfe möglich gewesen. <br />
<br />
<b> „Du hast mir Angst gemacht.“</b>, gab sie so offen und verletzlich wie selten zu. Ihre Stimme klang viel zu jung und der Wahnsinn sprach aus ihren Augen, als sie ihre blutrot geschminkten Lippen zu einem leichten Lächeln verzog. <b> „Ich habe mit dem Gedanken gespielt Loreley und Dustin umzubringen…“</b>, nicht, weil die beiden hochrangigen Mitglieder des Clans ihr irgendetwas getan hatten. Nicht mal, weil sie sie nicht mochte. So weit hatte sie nicht einmal gedacht. Sie hatte Kaeso damit nur deutlich machen wollen, wie sehr er sie verletzt hatte. Wie sehr er sie geängstigt hatte. Und wahrscheinlich war der Clanführer der einzige, der ihre Gedankengänge verstehen konnte. <br />
Dennoch hörte sie das leise Zischen, dass von der wunderschönen Vampirin ausging, die vor der offenen Tür des Salons postiert war. In Kaesos Clan liefen die Dinge anders als in anderen. Das wusste Vesna. Doch sie wusste auch, dass es einige Dinge gab, die genauso liefen wie überall sonst auf der Welt und das schon seit Urzeiten. Der Clanführer wurde beschützt. Um jeden Preis. Denn er, oder sie, waren der Mittelpunkt des Clans. Der Garant für ein Fortbestehen. Und deswegen hätte sie ihm niemals etwas angetan. Deswegen, und weil sie niemals dazu in der Lage gewesen wäre, ihn zu verletzen. Weil sie ihn liebte. Er war alles, was ihr wichtig war. Er war <i>alles</i>. <br />
<br />
Und aus genau diesem Grund schmiegte sie ihren Kopf in seine Halskuhle, drückte sich enger an ihn und lächelte an seinem Hals. <b> „Ich werde mich benehmen müssen, oder?“</b> <br />
Diese Frage war angebracht. Auch wenn sie beide wussten, dass ihr <i>gutes Benehmen</i> im Höchstmaß eine halbe Stunde betragen würde. Bis sie vergas, dass sie versprochen hatte sich zu benehmen und wieder in alte Muster verfiel. Muster, die eher einem Kleinkind zugesprochen wurden. <br />
<br />
Vesna war indiskret direkt. Angriffslustig und aggressiv. Die hübsche Fassade, die ihr staunende Blicke einbrachte, bröckelte spätestens, wenn sie ihren hübschen Mund aufmachte und Dinge aussprach, die niemand hören wollte. Niemals. Nicht einmal wenn sie der Wahrheit entsprachen. Vor allem dann nicht, wenn sie der Wahrheit entsprachen. <br />
<b> „Wieso musst du, wir, nach New York?“</b>, wollte sie wissen. Sie war keine seiner Berater. Niemand, den er tatsächlich für Ratschläge in Betracht ziehen würde, dafür war ihr Zustand zu <i>instabil</i>, als das sie ihm eine Hilfe in diesen Dingen sein konnte. Doch sie war stark. Stärker, als es eine Vampirin ihrer Statur sein sollte. Und sie war schnell. Und sie war tödlich. Für jeden, der sich gegen Kaeso wandte oder auch nur den Anschein erweckte. Und er war der einzige, der ihre Kette hielt. <br />
<br />
Sie setzte sich ruckartig auf, als wäre ihr etwas eingefallen. Die Frage, wieso sie nach New York gehen würden, war vergessen. Etwas anderes war wichtiger. So viel wichtiger. <b> „Ich muss packen.“</b>, sie sprang von dem Schoß auf, richtete ihr Kleid, dessen Tüllröcke beinahe schon lächerlich zart und plüschig an ihr aussahen. Vor allem, da der Saum vor Dreck nur so starrte und auf der Brust und dem Vorderteil ihrer Röcke Blutspritzer verteilt waren. Woher auch immer sie stammen mochten. Vesna wusste es selbst nicht. <br />
<b> „Fahr nicht ohne mich weg, ja?“</b>, eine Antwort wurde nicht abgewartet, denn im nächsten Moment war sie bereits verschwunden und ließ den Clanführer allein in dem luxuriösen Salon zurück. Zusammen mit einem der Männer, die ihn tatsächlich berieten. Dieser strich sich über das Gesicht und warf Kaeso einen Blick zu, der Mitgefühl und Sorge ausdrückte. <br />
<br />
<i> „Willst du sie wirklich mitnehmen? Wir könnten sie solange in eins der Verliese sperren… dort richtet sie weniger Schaden an.“</i>, erklang die ruhige Stimme des Vampirs und er sah seinen Clanführer an. Man würde sich seiner Entscheidung beugen, doch zumindest der Versuch war es wert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die kleine Vampirin saß auf dem Schoß ihres Herren und strich ihm einige Strähnen des dunklen Haares glatt. Vor einigen Tagen hatte er ihr eröffnet, dass er nach New York gehen würden und es hatte sie in eine kleine Schockstarre versetzt. Jetzt hingegen, war sie ruhiger. Er hatte ihr gesagt, dass sie ihn begleiten konnte, dass sie nicht alleine zurückbleiben musste und so sehr sie sich auch von allen anderen zurückzog und alle anderen Lebewesen zu meiden vorzog, war die Vorstellung, dass Kaeso sie vielleicht nicht mitnehmen wollte ein Schlag für sie gewesen, der sie beinahe wieder in das dunkle Loch zurückbefördert hatte, aus dem sie sich nur so schwerlich herausgezogen hatte. Auch das war nur durch seine Hilfe möglich gewesen. <br />
<br />
<b> „Du hast mir Angst gemacht.“</b>, gab sie so offen und verletzlich wie selten zu. Ihre Stimme klang viel zu jung und der Wahnsinn sprach aus ihren Augen, als sie ihre blutrot geschminkten Lippen zu einem leichten Lächeln verzog. <b> „Ich habe mit dem Gedanken gespielt Loreley und Dustin umzubringen…“</b>, nicht, weil die beiden hochrangigen Mitglieder des Clans ihr irgendetwas getan hatten. Nicht mal, weil sie sie nicht mochte. So weit hatte sie nicht einmal gedacht. Sie hatte Kaeso damit nur deutlich machen wollen, wie sehr er sie verletzt hatte. Wie sehr er sie geängstigt hatte. Und wahrscheinlich war der Clanführer der einzige, der ihre Gedankengänge verstehen konnte. <br />
Dennoch hörte sie das leise Zischen, dass von der wunderschönen Vampirin ausging, die vor der offenen Tür des Salons postiert war. In Kaesos Clan liefen die Dinge anders als in anderen. Das wusste Vesna. Doch sie wusste auch, dass es einige Dinge gab, die genauso liefen wie überall sonst auf der Welt und das schon seit Urzeiten. Der Clanführer wurde beschützt. Um jeden Preis. Denn er, oder sie, waren der Mittelpunkt des Clans. Der Garant für ein Fortbestehen. Und deswegen hätte sie ihm niemals etwas angetan. Deswegen, und weil sie niemals dazu in der Lage gewesen wäre, ihn zu verletzen. Weil sie ihn liebte. Er war alles, was ihr wichtig war. Er war <i>alles</i>. <br />
<br />
Und aus genau diesem Grund schmiegte sie ihren Kopf in seine Halskuhle, drückte sich enger an ihn und lächelte an seinem Hals. <b> „Ich werde mich benehmen müssen, oder?“</b> <br />
Diese Frage war angebracht. Auch wenn sie beide wussten, dass ihr <i>gutes Benehmen</i> im Höchstmaß eine halbe Stunde betragen würde. Bis sie vergas, dass sie versprochen hatte sich zu benehmen und wieder in alte Muster verfiel. Muster, die eher einem Kleinkind zugesprochen wurden. <br />
<br />
Vesna war indiskret direkt. Angriffslustig und aggressiv. Die hübsche Fassade, die ihr staunende Blicke einbrachte, bröckelte spätestens, wenn sie ihren hübschen Mund aufmachte und Dinge aussprach, die niemand hören wollte. Niemals. Nicht einmal wenn sie der Wahrheit entsprachen. Vor allem dann nicht, wenn sie der Wahrheit entsprachen. <br />
<b> „Wieso musst du, wir, nach New York?“</b>, wollte sie wissen. Sie war keine seiner Berater. Niemand, den er tatsächlich für Ratschläge in Betracht ziehen würde, dafür war ihr Zustand zu <i>instabil</i>, als das sie ihm eine Hilfe in diesen Dingen sein konnte. Doch sie war stark. Stärker, als es eine Vampirin ihrer Statur sein sollte. Und sie war schnell. Und sie war tödlich. Für jeden, der sich gegen Kaeso wandte oder auch nur den Anschein erweckte. Und er war der einzige, der ihre Kette hielt. <br />
<br />
Sie setzte sich ruckartig auf, als wäre ihr etwas eingefallen. Die Frage, wieso sie nach New York gehen würden, war vergessen. Etwas anderes war wichtiger. So viel wichtiger. <b> „Ich muss packen.“</b>, sie sprang von dem Schoß auf, richtete ihr Kleid, dessen Tüllröcke beinahe schon lächerlich zart und plüschig an ihr aussahen. Vor allem, da der Saum vor Dreck nur so starrte und auf der Brust und dem Vorderteil ihrer Röcke Blutspritzer verteilt waren. Woher auch immer sie stammen mochten. Vesna wusste es selbst nicht. <br />
<b> „Fahr nicht ohne mich weg, ja?“</b>, eine Antwort wurde nicht abgewartet, denn im nächsten Moment war sie bereits verschwunden und ließ den Clanführer allein in dem luxuriösen Salon zurück. Zusammen mit einem der Männer, die ihn tatsächlich berieten. Dieser strich sich über das Gesicht und warf Kaeso einen Blick zu, der Mitgefühl und Sorge ausdrückte. <br />
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<i> „Willst du sie wirklich mitnehmen? Wir könnten sie solange in eins der Verliese sperren… dort richtet sie weniger Schaden an.“</i>, erklang die ruhige Stimme des Vampirs und er sah seinen Clanführer an. Man würde sich seiner Entscheidung beugen, doch zumindest der Versuch war es wert.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Its a new world mate]]></title>
			<link>https://beyond.stories-untold.de/showthread.php?tid=21</link>
			<pubDate>Thu, 02 Mar 2023 11:06:39 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://beyond.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=23">Rodavan Kovacs</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://beyond.stories-untold.de/showthread.php?tid=21</guid>
			<description><![CDATA[„Die Blutsauger machen schon seit einiger Zeit immer wieder Probleme in dieser Region, aber seit neustem sind sie überaus waghalsig. Es scheint so, als wäre irgendetwas im Busch…“, meinte die hochgewachsene Rothaarige mit dem Gesicht voller Sommersprossen, als Avan sich dem kleinen Zusammenschluss seiner Deltas näherte. Kletho hatte keinen Bezirk des Rudelterritoriums für sich beansprucht, dafür war sie - trotz ihrer auffallenden Gestalt - wie ein Schatten und überall vernetzt. Und wenn er es recht bedachte, wäre die heißspornige Wölfin gewiss eine Konkurrenz für Bastien gewesen, wenn sie ein paar seiner Tricks drauf hätte. <br />
„Hrm. Ich glaube ich habe mitbekommen, dass ein hohes Tier des Clans auftauchen soll.“, erklang die Stimme eines anderen Deltas. Wyatt. Der etwas kleiner geratene Lykaner hatte gewiss einige Vorzüge, Informationsbeschaffung gehörte jedoch nicht dazu. Und das schien auch der langgliedrigen Kletho wieder einzufallen, als sie spöttisch meinte: „Achja? Als du diese Blutsauger Nutte gevögelt hast?“<br />
<br />
<ina> „Es reicht.“</ina>, seine einschneidende Stimme ging durch den Raum und sofort waren alle Anwesenden verstummt. Es hatte Jahre gedauert, bis seine Deltas ihn auf diese Art respektiert hatten, wie sie es jetzt taten. Einige Jahre und blutige Machtkämpfe, die sie mit ihm und auch unter einander ausgefochten hatten, bis eine Rangfolge festgestanden hatte, die die Kraft und Stärke jedes einzelnen Deltas und ihres Anführers untermauerte. <br />
Lykaner waren brutale Wesen. Sie hatten nichts mit den zahmen Gestaltwandlern gemein. Ihre Hierarchie richtete sich nicht nach Logik, Respekt und Alter. In ihren Reihen wurde eine Hierarchie nur durch ein Gut bemessen: Kraft. Der mächtigste und stärkste Lykaner im Rudel war der Anführer. Zumindest so lange, bis er von einem Stärkeren umgebracht wurde, der dadurch automatisch zum neuen Anführer wurde. Und diejenigen, die sich dazu entschieden dem Alpha zu dienen, wurden als Deltas bezeichnet. Aggressive und starke Individuen. Die sich ebenfalls bestens zu einem Alpha eigneten und deren Loyalität schwer zu gewinnen war, da sie nicht selten dem Einzelgängertum zugetan waren. Avan unterstanden 12 Deltas. Wobei einer von ihnen kein Lykaner war, doch das schien nur aufs Parkett zu kommen, wenn es Bastien in den Kram passte. Für alle anderen war er ein Werwolf ehrenhalber. Und 11 seiner Deltas halfen ihm dabei das Territorium des <i>Iron Teeth</i> Rudels im Griff zu behalten. Ihren Lebensraum. Ihr zu Hause.<br />
<br />
<ina> „Was wissen wir über den Anführer des Clans?“</ina>, wollte er von Kletho wissen, die die Informationsbeschaffung in Bastiens Abwesenheit übernahm. Die Rothaarige strich sich eine Haarsträhne hinter ihr Ohr, wobei eine unnatürliche Spitze zum Vorschein kam und sie als ‚nicht reinrassig‘ brandmarkte. Avan war dieser Scheiß vollkommen egal. Sie waren immerhin nicht bei den verdammten Fae, wo Herkunft und Abstammung wichtiger waren als der Charakter einer Person. <br />
„Leider nicht viel. Er ist mächtig. So viel ist klar. Und er ist ein gerissener Geschäftsmann. Das wir derart viel des Gebiets übernehmen konnten, liegt nur an der Nachlässigkeit seines Vertreters. Und ich glaube es ist nicht sonderlich gut angekommen, dass Gebiet an uns verloren wurde.“, gab sie mit leicht rauchiger Stimme zurück und das schalkhafte Blitzen in ihren honigbraunen Augen machte deutlich, wie sehr es ihr gefiel einen Vampir in Rage zu bringen. Immerhin standen Vampire und Lykaner schon immer auf unterschiedlichen Seiten des Schlachtfeldes und waren einige der wenigen Rassen, die einander als natürliche Feinde ansahen. <br />
„Vielleicht sollten wir ihn einfach um die Ecke bringen. Hat schon mal geklappt.“ Wieder Wyatt, dessen dunkelblaue Augen noch immer wütend in Klethos Richtung blitzten. Wohl als unausgesprochene Drohung wegen ihrem Kommentar bezüglich der Blutsauger Nutte. Avan juckte es herzlich wenig, wen seine Deltas bestiegen oder in ihre Betten, oder was auch sonst holten, doch eine Vampirin… Selbst der grobschlächtige Wyatt hätte etwas besseres finden können. Vielleicht eine dralle Dryade, die ihm das Fell striegelte, wenn er im Wald umherirrte… Aber wer war er schon, dass er sich in die Partnerwahl seiner Leute einmischte. Auf ihn wartete zu Hause eine handzahme Hexe mit einem ausgewachsenen Kristallfetisch. Keine Partnerin, von der er gedacht hätte, sie würde zu ihm passen. Und doch war sie an seiner Seite. <br />
<br />
<ina> „Du kannst es gerne versuchen. Sorg nur vorher dafür, dass ich Ersatz für dich habe.“</ina>, meinte Avan ungeschönt und sah schließlich zu Kletho. Er hätte das alles nur zu gerne mit Sid oder Bastien besprochen, doch im Moment war Handeln wichtiger als Strategien zu besprechen. Immerhin standen Teile ihres Territoriums auf der Karte. Teile, die Avan nur ungerne wieder abtreten würde. Ganz gleich an wen. Zumal das Rudel diesen Platz brauchte, da es sich immer weiter ausbreitete.<br />
<ina> „Kletho. Verabrede ein Treffen. Ich will mir diesen Clanführer mal genauer ansehen und dann entscheiden, ob wir mit ihm Geschäfte machen können, oder nicht.“</ina>, befahl er und ließ seinen Blick über die anderen drei Deltas wandern, die sehr still gewesen waren. Jedoch allesamt zufrieden mit dem Vorgehen schienen. Die langbeinige Lykanerin mit zweifelhafter Abstammung stieß sich von dem Schreibtisch ab, an dem sie bis eben noch gelehnt hatte, stieß zwei ihrer Finger gegen ihre Stirn und bewegte sich mit einem lasziven Hüftschwung aus dem Büro hinaus, woraufhin ihr eine weitere Frau folgte und er zurückblieb mit Wyatt, Seth und Hawke. Allesamt loyale und starke Mitglieder seines Rudels. Und alles einmal Rivalen um den Posten als Anführer. <br />
„Es befindet sich einiges im Umbruch. Meinst du wirklich, wir sollten anfangen mit den Blutsaugern Geschäfte zu machen? Es könnte zu Problemen führen.“, brachte Seth ein und Avan strich sich über das unrasierte Kinn. Er war sich dessen bewusst. Doch was war die Alternative? Die Fae hatten ihren Hof und die zahlreichen Elementare, die sie unterstützten. Die Hexen und Menschen machten auch einen auf dicke Freunde. Die Gestaltwandler waren ohnehin überall. Nur die Lykaner waren weiterhin isoliert. Und selbst wenn das Rudel der <i>Iron Teeth</i> aus mehr Gattungen bestand, als es für ein Lykanerrudel üblich war, waren die meisten doch Werwölfe. Vor allem in den oberen Etagen. Und wenn sie sich nicht bald Verbündete suchten, oder zumindest Geschäftspartner, würden sie vielleicht ihr Gebiet in der Bronx verlieren. Was jedoch nicht ohne einen blutigen Krieg passieren würde…<br />
<ina> „Wir werden sehen. Ich treffe mich erstmal mit ihrem Anführer. Danach wissen wir mehr.“</ina>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[„Die Blutsauger machen schon seit einiger Zeit immer wieder Probleme in dieser Region, aber seit neustem sind sie überaus waghalsig. Es scheint so, als wäre irgendetwas im Busch…“, meinte die hochgewachsene Rothaarige mit dem Gesicht voller Sommersprossen, als Avan sich dem kleinen Zusammenschluss seiner Deltas näherte. Kletho hatte keinen Bezirk des Rudelterritoriums für sich beansprucht, dafür war sie - trotz ihrer auffallenden Gestalt - wie ein Schatten und überall vernetzt. Und wenn er es recht bedachte, wäre die heißspornige Wölfin gewiss eine Konkurrenz für Bastien gewesen, wenn sie ein paar seiner Tricks drauf hätte. <br />
„Hrm. Ich glaube ich habe mitbekommen, dass ein hohes Tier des Clans auftauchen soll.“, erklang die Stimme eines anderen Deltas. Wyatt. Der etwas kleiner geratene Lykaner hatte gewiss einige Vorzüge, Informationsbeschaffung gehörte jedoch nicht dazu. Und das schien auch der langgliedrigen Kletho wieder einzufallen, als sie spöttisch meinte: „Achja? Als du diese Blutsauger Nutte gevögelt hast?“<br />
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<ina> „Es reicht.“</ina>, seine einschneidende Stimme ging durch den Raum und sofort waren alle Anwesenden verstummt. Es hatte Jahre gedauert, bis seine Deltas ihn auf diese Art respektiert hatten, wie sie es jetzt taten. Einige Jahre und blutige Machtkämpfe, die sie mit ihm und auch unter einander ausgefochten hatten, bis eine Rangfolge festgestanden hatte, die die Kraft und Stärke jedes einzelnen Deltas und ihres Anführers untermauerte. <br />
Lykaner waren brutale Wesen. Sie hatten nichts mit den zahmen Gestaltwandlern gemein. Ihre Hierarchie richtete sich nicht nach Logik, Respekt und Alter. In ihren Reihen wurde eine Hierarchie nur durch ein Gut bemessen: Kraft. Der mächtigste und stärkste Lykaner im Rudel war der Anführer. Zumindest so lange, bis er von einem Stärkeren umgebracht wurde, der dadurch automatisch zum neuen Anführer wurde. Und diejenigen, die sich dazu entschieden dem Alpha zu dienen, wurden als Deltas bezeichnet. Aggressive und starke Individuen. Die sich ebenfalls bestens zu einem Alpha eigneten und deren Loyalität schwer zu gewinnen war, da sie nicht selten dem Einzelgängertum zugetan waren. Avan unterstanden 12 Deltas. Wobei einer von ihnen kein Lykaner war, doch das schien nur aufs Parkett zu kommen, wenn es Bastien in den Kram passte. Für alle anderen war er ein Werwolf ehrenhalber. Und 11 seiner Deltas halfen ihm dabei das Territorium des <i>Iron Teeth</i> Rudels im Griff zu behalten. Ihren Lebensraum. Ihr zu Hause.<br />
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<ina> „Was wissen wir über den Anführer des Clans?“</ina>, wollte er von Kletho wissen, die die Informationsbeschaffung in Bastiens Abwesenheit übernahm. Die Rothaarige strich sich eine Haarsträhne hinter ihr Ohr, wobei eine unnatürliche Spitze zum Vorschein kam und sie als ‚nicht reinrassig‘ brandmarkte. Avan war dieser Scheiß vollkommen egal. Sie waren immerhin nicht bei den verdammten Fae, wo Herkunft und Abstammung wichtiger waren als der Charakter einer Person. <br />
„Leider nicht viel. Er ist mächtig. So viel ist klar. Und er ist ein gerissener Geschäftsmann. Das wir derart viel des Gebiets übernehmen konnten, liegt nur an der Nachlässigkeit seines Vertreters. Und ich glaube es ist nicht sonderlich gut angekommen, dass Gebiet an uns verloren wurde.“, gab sie mit leicht rauchiger Stimme zurück und das schalkhafte Blitzen in ihren honigbraunen Augen machte deutlich, wie sehr es ihr gefiel einen Vampir in Rage zu bringen. Immerhin standen Vampire und Lykaner schon immer auf unterschiedlichen Seiten des Schlachtfeldes und waren einige der wenigen Rassen, die einander als natürliche Feinde ansahen. <br />
„Vielleicht sollten wir ihn einfach um die Ecke bringen. Hat schon mal geklappt.“ Wieder Wyatt, dessen dunkelblaue Augen noch immer wütend in Klethos Richtung blitzten. Wohl als unausgesprochene Drohung wegen ihrem Kommentar bezüglich der Blutsauger Nutte. Avan juckte es herzlich wenig, wen seine Deltas bestiegen oder in ihre Betten, oder was auch sonst holten, doch eine Vampirin… Selbst der grobschlächtige Wyatt hätte etwas besseres finden können. Vielleicht eine dralle Dryade, die ihm das Fell striegelte, wenn er im Wald umherirrte… Aber wer war er schon, dass er sich in die Partnerwahl seiner Leute einmischte. Auf ihn wartete zu Hause eine handzahme Hexe mit einem ausgewachsenen Kristallfetisch. Keine Partnerin, von der er gedacht hätte, sie würde zu ihm passen. Und doch war sie an seiner Seite. <br />
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<ina> „Du kannst es gerne versuchen. Sorg nur vorher dafür, dass ich Ersatz für dich habe.“</ina>, meinte Avan ungeschönt und sah schließlich zu Kletho. Er hätte das alles nur zu gerne mit Sid oder Bastien besprochen, doch im Moment war Handeln wichtiger als Strategien zu besprechen. Immerhin standen Teile ihres Territoriums auf der Karte. Teile, die Avan nur ungerne wieder abtreten würde. Ganz gleich an wen. Zumal das Rudel diesen Platz brauchte, da es sich immer weiter ausbreitete.<br />
<ina> „Kletho. Verabrede ein Treffen. Ich will mir diesen Clanführer mal genauer ansehen und dann entscheiden, ob wir mit ihm Geschäfte machen können, oder nicht.“</ina>, befahl er und ließ seinen Blick über die anderen drei Deltas wandern, die sehr still gewesen waren. Jedoch allesamt zufrieden mit dem Vorgehen schienen. Die langbeinige Lykanerin mit zweifelhafter Abstammung stieß sich von dem Schreibtisch ab, an dem sie bis eben noch gelehnt hatte, stieß zwei ihrer Finger gegen ihre Stirn und bewegte sich mit einem lasziven Hüftschwung aus dem Büro hinaus, woraufhin ihr eine weitere Frau folgte und er zurückblieb mit Wyatt, Seth und Hawke. Allesamt loyale und starke Mitglieder seines Rudels. Und alles einmal Rivalen um den Posten als Anführer. <br />
„Es befindet sich einiges im Umbruch. Meinst du wirklich, wir sollten anfangen mit den Blutsaugern Geschäfte zu machen? Es könnte zu Problemen führen.“, brachte Seth ein und Avan strich sich über das unrasierte Kinn. Er war sich dessen bewusst. Doch was war die Alternative? Die Fae hatten ihren Hof und die zahlreichen Elementare, die sie unterstützten. Die Hexen und Menschen machten auch einen auf dicke Freunde. Die Gestaltwandler waren ohnehin überall. Nur die Lykaner waren weiterhin isoliert. Und selbst wenn das Rudel der <i>Iron Teeth</i> aus mehr Gattungen bestand, als es für ein Lykanerrudel üblich war, waren die meisten doch Werwölfe. Vor allem in den oberen Etagen. Und wenn sie sich nicht bald Verbündete suchten, oder zumindest Geschäftspartner, würden sie vielleicht ihr Gebiet in der Bronx verlieren. Was jedoch nicht ohne einen blutigen Krieg passieren würde…<br />
<ina> „Wir werden sehen. Ich treffe mich erstmal mit ihrem Anführer. Danach wissen wir mehr.“</ina>]]></content:encoded>
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